Was ist ein Nebochant?

In meiner zweiten Heimatstadt Wien wird heute noch ein Deutsch gesprochen, das viele Begriffe kennt, die über das Jiddische aus dem Hebräischen eingewandert sind. Eine Kostbarkeit ist das schöne Wort »Nebochant« – zu dessen Etymologie ich hier einen Vorschlag mache:
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Die Nazis im ersten Band des theologischen Wörterbuchs zum NT

Das bis heute unhinterfragt geschätzte Standardwerk der neutestamentlichen Wissenschaft, das Theologische Wörterbuch zum NT, ist massiv durch seine Wurzeln im völkischen und antisemitischen Nationalsozialismus belastet. Was hier von dieser Ideologie eingeflossen ist, wirkt im Grunde genommen bis heute nach, zumal das Werk durch seine englische Übersetzung (Theological Dictionary of the New Testament 1964-1976) weit über den deutschen Sprachraum hinaus Einfluss nimmt. Ich stelle hier die Nazis vor, die am ersten Band des Werkes mitgewirkt haben.

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Ein jedermann sei untertan der Trump-Administration?

Eine aktuelle Bibelauslegung durch den US-amerikanischen Justizminister Jeff Sessions: Weil die Vorgangsweise seiner Regierung, mehr als 650 illegale Immigranten von ihren Kindern zu trennen, heftige Kritik hervorgerufen hatte, berief sich der Minister auf den Apostel Paulus. „Ein jedermann sei untertan der Trump-Administration?“ weiterlesen

Nochmal zum Thema Sklaverei

Ich habe das Thema  hier schon behandelt und bereits einmal gezeigt, dass es beschämend lang gedauert hat, bis das Christentum konkrete Schritte zur Überwindung der Sklaverei gesetzt hat. Jetzt ist mir ein Brief untergekommen, der sich dieser Frage in beeindruckender Weise angenommen hat – allerdings war sein Autor ein gebildeter Heide. „Nochmal zum Thema Sklaverei“ weiterlesen

Woher kommt die so genannte Kanonformel?

Generell wird die Formel »nichts hinzufügen – nichts mehr wegnehmen« gerne als »Kanonformel« bezeichnet. Sie findet sich innerbiblisch zunächst zweimal im Buch Deuteronomium, jeweils in den Versen Dtn 4,2 und 13,1. 1 „Woher kommt die so genannte Kanonformel?“ weiterlesen

Was wurde eigentlich aus der Bundeslade?

Die Eingabe dieser Überschrift in eine Suchmaschine Ihres Vertrauens fördert Erstaunliches auf den Bildschirm: demnach wurde die Bundelade wahlweise nach Äthiopien, zum Tschadsee oder bis nach Südafrika gebracht. Eigentlich war sie eine Art Funkgerät für den Kontakt mit Außerirdischen (v. Däniken) doch letztendlich hat sie der berühmte Archäologe Dr. Henry Walton Jones (Indiana Jones) vor den Nazis gerettet, bevor sie in einem geheimen Lager der amerikanischen Regierung verschwand. Ich steure hier das Ergebnis meiner Quellenforschung bei.

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Zum neutestamentlichen Kanon des Origenes

Um den neutestamentlichen Kanon ranken sich viele Verschwörungstheorien. Aber es gibt auch Versuche, den Kanonschluss (es wird nichts mehr hinzugefügt und nichts mehr weggenommen) deutlich früher anzusetzen, als mit dem berühmten Osterfestbrief von Bischof Athanasius von Alexandria, der als der erste Zeuge für den abgeschlossenen Kanon gilt. Das war im Jahr 367 n. Chr. 1 Als Kronzeuge einer früheren Datierung wird gerne Origenes genannt. „Zum neutestamentlichen Kanon des Origenes“ weiterlesen

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  1. Zeitangabe nach Martin Ebner/Stefan Schreiber: Einleitung in das neue Testament² S. 32

Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta III

Im letzten Beitrag hatte ich gezeigt, wie Justin von Rom (gest. 162/168) die erstmals im Aristeas-Brief greifbare Legende charakteristisch abgewandelt hatte. Noch deutlich weiter geht Irenäus von Lyon, der allerdings Motive des Justin aufgreift. „Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta III“ weiterlesen

Diese Bibelstelle verstehe ich nicht

Die größte Herausforderung für bibelauslegende Menschen ist nicht ein schwer verständlicher oder gar unverständliche Texte der Bibel, sondern das Eingeständnis, mit einem solchen Abschnitt der Schrift Schwierigkeiten zu haben oder ihn gar nicht zu verstehen. Dabei befindet man sich mit beiden Problemen in guter Gesellschaft. „Diese Bibelstelle verstehe ich nicht“ weiterlesen

Eine Konzilsrede gegen den Pflichtzölibat

Socrates Scholasticus, ein nach 439 gestorbener Rechtsanwalt in Konstantinopel, verfasste eine Kirchengeschichte, in deren erstem Buch er von der bemerkenswerten Rede des aus Ägypten stammenden Bischofs Paphnutius auf dem ersten ökumenischen Konzil von Nicäa (19. Juni – 25. August 325) berichtet. Ich lasse den bedeutenden Historiker hier zu Wort kommen. „Eine Konzilsrede gegen den Pflichtzölibat“ weiterlesen