Über die Grenzen der Bibelauslegung durch die Kirchenväter

 

Es ist notwendig, die Ansichten der Alten zu erlernen. (…) Das wird nämlich auch zu zweierlei nützlich sein. Erstens, weil wir das, was von ihnen gut gesagt worden ist, zu unserer Unterstützung erlernen werden. Zweitens, weil wir das, was schlecht ausgedrückt wurde, vermeiden werden. (Thomas v. Aquin: Über die Seele I,2)

In diesem Blog lasse ich immer wieder die Kirchenväter ausführlich zu Wort kommen, da sie die biblischen Texte bereits vor mehr als anderthalb Jahrtausenden gründlich gelesen und oft sehr tiefsinnig ausgelegt haben. Ihr spiritueller Zugang kann auch heutigen Menschen eine Hilfe sein, die antiken biblischen Texte besser zu verstehen und sich existentiell anzueignen. Dennoch ist es notwendig, sich über die Grenzen ihres Zugangs Rechenschaft abzulegen und nicht den Fehler zu machen, sich in einer Art spirituellem Märchenwald zu verlaufen.

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Das Frankfurter Silberamulett

² Te decet hymnus Deus in Sion et tibi reddetur
votum in Hierusalem“
(Ps 64,2 Vulg. iuxta LXX)

 

Im Grab eines römischen Gräberfeldes in Frankfurt wurde ein Amulett aus dem 3. Jahrhundert gefunden, das aus einer extrem dünnen, beschrifteten Silberfolie besteht, die in einer silbernen Hülle aufbewahrt wurde. Dank bildgebender Verfahren war es möglich, die Inschrift zu entziffern, ohne das fragile Gebilde öffnen zu müssen, was es wohl zerstört hätte. Dieser Film schildert den Fund und seine Auswertung.

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Zur Datierung der Paulusbriefe

Während sich die Datierung der kanonischen Evangelien seit Jahrzehnten im Kreis dreht, sieht es bei den Briefen des Apostels deutlich besser aus. Und das hängt mit einer Inschrift in Delphi zusammen, die Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde.

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N.T. Wright on Paul

And history is what this book is basically about. (S. 1414)

Ich beginne diese Rezension nicht ohne Stolz: Ich habe tatsächlich die beiden Bände von „Paul and the faithfulness of God“ (2013) mit insgesamt über 1500 Seiten Text und hunderten Fußnoten von vorne bis hinten gelesen – wer kann das da draußen noch von sich sagen? Wright indes fand mit diesem Umfang nicht das Auslangen. Aus dem geplanten Vorwort zu seinem Opus Magnum entwickelte sich ein weiterer Band: „Paul and his recent Interpreters“ (2015), das sich mit 260 Seiten begnügt, aber hier ebenfalls mit einbezogen werden muss, um einen Eindruck zu gewinnen. (Und Wright hat in Wahrheit noch viel mehr über Paulus geschrieben, aber ich beschränke mich auf diese beiden Werke.)

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Jesus und die Klimakleber

In einem Interview im Juni 2023 hat sich der „Klimapater“ und Jesuit Jörg Alt auf Jesus berufen und gemeint: „Jesus hat nicht nur eine individuelle
Caritas gepredigt hat, sondern sich auch mit dem Mächtigen seiner Zeit
angelegt. Das ist ein Vorbild, dass es heute zu befolgen gibt. Er hat
damals Gesetze gebrochen, als er Kranke an Sabbat geheilt hat. Jesus hat
Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Institution einen Spiegel
vorgehalten. Also ja, deswegen glaube ich schon, dass Jesus sich heute
auf die Straße kleben würde.“ (Quelle: www.ordensgemeinschaften.at)
Ich möchte hier begründen, warum ich dieses Argument für falsch
halte.

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Augustinus zum Thema Sklaverei

Im sog. Bundesbuch gebietet die Tora, dass ein hebräischer Sklave nach sechs Jahren freizulassen ist. In seiner Auslegung des Hexateuchs (der ersten sechs Bücher der Bibel) kommt Augustinus auf diese Bestimmung zu sprechen – und bestreitet vehement deren Anwendbarkeit. „Augustinus zum Thema Sklaverei“ weiterlesen

Zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus (Mk 1,29-31)

Die erste Heilung Jesu, von der das Markus-Evangelium (1,29-31) berichtet, gilt der Schwiegermutter des Petrus. Auf den ersten Blick scheint die kurze Perikope vor allem patriarchale Klischees zu bedienen. „Zur Heilung der Schwiegermutter des Petrus (Mk 1,29-31)“ weiterlesen

War Markus der Dolmetscher des Petrus?

1 Der Bericht des Papias

Auch wenn Papias von Hierapolis kein besonders vertrauenerweckender Zeuge ist, muss ich ihn an dieser Stelle zu Wort kommen lassen. Die folgende Aussage dürfte er um 120 n. Chr. getätigt haben 1, Eusebius hat sie in seiner Kirchengeschichte überliefert.
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