Die Bibel in der Hand von Donald Trump

Im Zuge der Unruhen nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis durch vier weiße Polizisten ließ Präsident Trump friedliche Demonstranten vor dem Weißen Haus mit Tränengas vertreiben und posierte mit einer Bibel in der Hand vor einer Kirche neben seinem Amtssitz, die bei Ausschreitungen beschädigt worden war.


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Sieben Diakone in der Urgemeinde?

Eine sehr alte Auslegungstradition sieht in den sieben Männern aus Apg 6,1-7 die ersten Diakone der Kirchengeschichte und versteht diesen Abschnitt daher als Einsetzung des Diakonats. Wie weit verbreitet diese Auslegung ist, zeigt sich daran, dass die Elberfelder Übersetzung, der man sicher keine katholischen Tendenzen vorwerfen kann, den Abschnitt mit „Diakonenwahl“ überschreibt1. Ich halte diese Auffassung für falsch und möchte mich in meiner Darlegung dazu auf zwei prominente Zeugen berufen: das orthodoxe Lehramt und die heutige wissenschaftliche Exegese. „Sieben Diakone in der Urgemeinde?“ weiterlesen

Am ersten Tag der Woche

Mehrfach wird im neuen Testament im Zusammenhang mit der Auferstehung Jesu ein Ausdruck verwendet, der – sachlich richtig – als „erster Tag der Woche“ übersetzt wird. Und doch sind die griechischen Formulierungen so bemerkenswert, dass sie einen näheren Blick verdienen.

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Rezension von „Bibel falsch verstanden“

Das ist ein Buch, das ich gerne bespreche, denn es behandelt einen Themenbereich, das das zentrale Anliegen dieses Blogs ist: die Auslegung der Bibel. Und es ist von Autoren und Autorinnen geschrieben worden, die ich teilweise persönlich kenne und schätze.

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Da trat eine Finsternis ein I

In den Passionserzählungen der Synoptiker tritt am Karfreitag drei Stunden vor dem Tod Jesu eine Sonnenfinsternis ein, die bis zum Tod Jesu andauert (Mt 27,45 f.; Mk 15,33 f.; Lk 23,44 f.). Johannes berichtet sie in seiner Passion nicht. Auch hier gibt es – zumindest auf den ersten Blick – eine interessante außerbiblische Parallele.

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Der Spottkönig

Eine weitere bemerkenswerte Parallele zwischen den Passionsberichten der kanonischen Evangelien und einem jüdischen Autor des ersten Jahrhunderts findet sich in Philos Werk „In Flaccum“. Man vergleiche einmal die Schilderung des Spottkönigs in Mt 27,27-31 und Mk 15,16-20 mit dieser Episode.

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Die Vorhersage der Zerstörung Jerusalems durch Jesus

Die Vorhersage der Zerstörung des Tempels durch Jesus ist in den kanonischen Evangelien mehrfach überliefert: Mt 24,1-2; Mk 13,1-2; Lk 21,5-6; (vgl. Lk 19,41-44). Das ist unter anderem deshalb wichtig, weil dieses Wort heute noch gerne zur Datierung der Entstehung des Markus-Evangeliums herangezogen wird, im Sinne eines »vaticiniums ex eventu«: Markus wusste um die Zerstörung des Tempels und legte dieses Ereignis Jesus in den Mund, was darauf hinweise, dass Markus sein Evangelium nicht vor der Zerstörung des Tempels habe schreiben können. Bevor ich dieses Argument näher würdige, will ich auf eine nicht so bekannte Erzählung eingehen, die ebenfalls von einer Unheilsprophetie Jesu über Jerusalem und den Tempel berichtet, nur dass es sich nicht um Jesus von Nazareth, sondern um Jesus, den Sohn des Ananos handelt. Von ihm erzählt Flavius Josephus in seiner Geschichte des jüdischen Krieges:

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