Ist ‚Christus‘ ein Namen oder ein Titel?

Die Rede von „Jesus Christus“ klingt so selbstverständlich als Namen in unseren Ohren, dass das ebenfalls neutestamentlich „Christus Jesus“ (z.B. Apg 3,20; Röm 8,39; Eph 1,2) irritierend wirkt. Bei dieser Kombination muss es sich ja wohl um einen Titel handeln.

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Was habe ich mit Dir zu tun? Lass mich in Ruhe!

Giotto - Scrovegni - -24- - Marriage at Cana

In der bekannten Erzählung der Hochzeit von Kana im zweiten Kapitel des Johannes-Evangeliusm spricht Jesus ein harsches Wort zu seiner Mutter, das zudem auch noch eigenartig formuliert ist. Also ein guter Grund, sich der Frage der Übersetzung und Auslegung dieser Stelle anzunehmen. „Was habe ich mit Dir zu tun? Lass mich in Ruhe!“ weiterlesen

Sofort unterschlagen

In meiner Institution lesen wir derzeit in der Ausgangssprache im Text des Markus-Evangeliums. Was einen sehr heftigen Eindruck hinterlässt, ist der exzessive Gebrauch des Wortes εὐθὺς (deutsch: sofort) durch den Evangelisten, wodurch seine Darstellung einen geradezu atemlosen und unglaublich drängenden Charakter bekommt. Doch wie gehen die Übersetzungen damit um? „Sofort unterschlagen“ weiterlesen

Ein Text vom Toten Meer zum Thema Scheidung (frühes 2. Jh.)

Das Dokument wurde in Murabba’at am Toten Meer gefunden und ist ein Papyrus, auf den in Kursivschrift ein aramäische Text geschrieben wurde. Seine Erstveröffentlichung datiert aus dem Jahr 1961. 1 Aufgrund der großen Unterschiede in der Buchstabengröße gehen die Herausgeber von einer wenig geübten Hand aus („La main est peu habile“). Dieser Eindruck wird durch die Fehler und Verschreibungen im Text verstärkt. Die Aussagen der Zeilen 1-11 auf der Vorderseite werden in den Zeile 12-25 wiederholt. Diese Wiederholung habe ich nicht noch einmal übersetzt. „Ein Text vom Toten Meer zum Thema Scheidung (frühes 2. Jh.)“ weiterlesen

Kannte Lukas das Corpus Paulinum?

Eine Frage, die für die Datierung des Lukas-Evangeliums und der Apostelgeschichte nicht unerheblich ist: Kannte Lukas1 eine Sammlung von Paulusbriefen – oder nicht? „Kannte Lukas das Corpus Paulinum?“ weiterlesen

Die Schrift in der Bibel

Immer wieder finden sich im neuen Testament Schrift-Zitate, die sich (mit wenigen Ausnahmen) auf die Texte beziehen, die Christen heute als Altes Testament bezeichnen. Dabei differenzieren die griechischsprachigen Schreiber des NT sorgfältig zwischen Aussagen im Singular („die Schrift“) und Aussagen im Plural („die Schriften“) – was in einigen deutschsprachigen Übersetzungen unterschlagen wird. Nach einer Analyse der relevanten Stellen werde ich die theologische Bedeutung dieser Differenzierung untersuchen.

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Die erstmalige Verwendung des Wortes „Bibel“

Dies ist ein Blog über die Auslegung der Bibel, aber seit wann gibt es das Wort „Bibel“ überhaupt? Meines Wissens nach wird es das erste Mal von Johannes Chrysostomos verwendet (344/354-407), und zwar in einer seiner Predigten über den Kolosserbrief. „Die erstmalige Verwendung des Wortes „Bibel““ weiterlesen

Eusebius an Karpian

In seinem berühmten Brief an Karpian schildert Bischof Eusebius von Cäsarea (gestorben 399/340) sein Tabellen-System, das es ermöglicht, auf einen Blick zu sehen, welche Aussagen der vier Evangelisten wo vorkommen. Dieses System funktioniert heute noch und ist – ebenso wie der besagte Brief – in die wissenschaftlichen Ausgaben des NT integriert. Nachdem ich keine brauchbare deutsche Übersetzung gefunden habe – die der Wikipedia ist m.E. eine deutsche Übertragung einer englischen Übersetzung des Briefes – bringe ich hier meine Eigene. „Eusebius an Karpian“ weiterlesen

Was ist ein Nebochant?

In meiner zweiten Heimatstadt Wien wird heute noch ein Deutsch gesprochen, das viele Begriffe kennt, die über das Jiddische aus dem Hebräischen eingewandert sind. Eine Kostbarkeit ist das schöne Wort »Nebochant« – zu dessen Etymologie ich hier einen Vorschlag mache:
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