Über die Grenzen der Bibelauslegung durch die Kirchenväter

 

Es ist notwendig, die Ansichten der Alten zu erlernen. (…) Das wird nämlich auch zu zweierlei nützlich sein. Erstens, weil wir das, was von ihnen gut gesagt worden ist, zu unserer Unterstützung erlernen werden. Zweitens, weil wir das, was schlecht ausgedrückt wurde, vermeiden werden. (Thomas v. Aquin: Über die Seele I,2)

In diesem Blog lasse ich immer wieder die Kirchenväter ausführlich zu Wort kommen, da sie die biblischen Texte bereits vor mehr als anderthalb Jahrtausenden gründlich gelesen und oft sehr tiefsinnig ausgelegt haben. Ihr spiritueller Zugang kann auch heutigen Menschen eine Hilfe sein, die antiken biblischen Texte besser zu verstehen und sich existentiell anzueignen. Dennoch ist es notwendig, sich über die Grenzen ihres Zugangs Rechenschaft abzulegen und nicht den Fehler zu machen, sich in einer Art spirituellem Märchenwald zu verlaufen.

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Jesus und die Klimakleber

In einem Interview im Juni 2023 hat sich der „Klimapater“ und Jesuit Jörg Alt auf Jesus berufen und gemeint: „Jesus hat nicht nur eine individuelle
Caritas gepredigt hat, sondern sich auch mit dem Mächtigen seiner Zeit
angelegt. Das ist ein Vorbild, dass es heute zu befolgen gibt. Er hat
damals Gesetze gebrochen, als er Kranke an Sabbat geheilt hat. Jesus hat
Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Institution einen Spiegel
vorgehalten. Also ja, deswegen glaube ich schon, dass Jesus sich heute
auf die Straße kleben würde.“ (Quelle: www.ordensgemeinschaften.at)
Ich möchte hier begründen, warum ich dieses Argument für falsch
halte.

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Was bedeutet das Gleichnis vom Senfkorn?

Ein kleines, aber feines Gleichnis Jesu, dessen Bedeutung herauszufinden aber gar nicht so einfach ist, wie ein Blick auf die anhaltende Diskussion darüber zeigt, ist das Gleichnis vom Senfkorn, das winzig klein ausgesät wird und in dessen Schatten sich am Ende die Vögel des Himmels niederlassen.

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Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht …

Ein Bildwort Jesu ruft bis heute Verwirrung und Unverständnis hervor – das Kamel, das durch ein Nadelöhr gehen soll. Ich stelle zunächst den Text vor, dann die Lösungsversuche, die ich abschließend einer kritischen Würdigung unterziehe. „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht …“ weiterlesen

»Niemand hat Gott je gesehen«

Gegen Ende des Johannes-Prologs heißt es: Θεὸν οὐδεὶς ἑώρακεν πώποτε· Gott hat niemand jemals gesehen (Joh 1,18) Das ist eine erstaunliche Aussage, wenn man einen Blick in die Bibel wirft, die an etlichen Stellen das Gegenteil berichtet. „»Niemand hat Gott je gesehen«“ weiterlesen

Dank an Umberto Eco

Dass Bibliker eine gewisse Affinität zu Umberto Ecos Werk besitzen, ist sicher kein Zufall. Wer sich halbwegs ernsthaft mit Fragen der Auslegung, der Übersetzung, des Buchdrucks und der Relevanz von textlichen Traditionen auseinandersetzt, kommt an dem grandiosen Werk dieses Mannes nicht vorbei. „Dank an Umberto Eco“ weiterlesen

Thomas von Aquin über die Tora-Observanz Jesu

Hat sich Christus an die Tora gehalten? Thomas diskutiert diese Frage in seiner Summa Theologica (III,40,4). Wie gewohnt, bringt er zuerst Einwände gegen die Position die er vertritt, um dann nach einem Gegenargument (sed contra) seine eigene Auffassung zu entwickeln. Am Schluss wird dann auf die genannten Einwände eingegangen. „Thomas von Aquin über die Tora-Observanz Jesu“ weiterlesen