War Markus der Dolmetscher des Petrus?

1 Der Bericht des Papias

Auch wenn Papias von Hierapolis kein besonders vertrauenerweckender Zeuge ist, muss ich ihn an dieser Stelle zu Wort kommen lassen. Die folgende Aussage dürfte er um 120 n. Chr. getätigt haben 1, Eusebius hat sie in seiner Kirchengeschichte überliefert.
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Und führe uns nicht in Versuchung? – Teil 2

Nachdem ich im ersten Teil einen Blick auf den biblischen Befund geworfen habe, um die Formulierung der sechsten Vater-unser Bitte besser zu verstehen, will ich jetzt noch der frühen Bibelauslegung bei den Vätern nachgehen, um die Frage nach der Übersetzung von »und bringe uns nicht in peirasmós« noch besser zu klären.

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Sechshundertsechsundsechzig?

Die wohl bekannteste Zahl der Bibel lautet 666 und über ihre Bedeutung sind unzählige Beiträge verfasst worden. Um die Sache zu verkomplizieren, möchte ich hier darauf hinweisen, dass es keinesweges gesichert ist, dass die Zahl in Offb 13,18 ursprünglich 666 lautete. Denn wirklich gut bezeugt ist auch die Lesart 616.

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Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta III

Im letzten Beitrag hatte ich gezeigt, wie Justin von Rom (gest. 162/168) die erstmals im Aristeas-Brief greifbare Legende charakteristisch abgewandelt hatte. Noch deutlich weiter geht Irenäus von Lyon, der allerdings Motive des Justin aufgreift. „Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta III“ weiterlesen

Simon Magus, eine altlateinische Inschrift und ihre Folgen

In Apg 8,9-24 berichtet Lukas von einem Simon, der als Magier großen Eindruck auf die Einwohner der Stadt Sebaste1 in Samaria machte. Beeindruckt von der Verkündigung des Philippus lässt er sich taufen und versucht, Petrus die Vollmacht, durch Handauflegung den Heilige Geist zu verleihen, abzukaufen. Die Perikope endet mit einer brüsken Zurückweisung Simons durch Petrus, dem Aufruf zur Umkehr an Simon und dessen Bitte an Petrus, für ihn zu beten. „Simon Magus, eine altlateinische Inschrift und ihre Folgen“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. So identifiziert Rudolph Pesch die von Lukas in 8,5 genannte »Stadt Samarias« in EKK V/1 S. 272

Über das Knien beim Sonntagsgottesdienst

Seit meiner Kindheit im Rheinland bin ich es gewohnt, während des Hochgebetes von der Epiklese bis zum Herrengebet zu knien. Hier in Wien ist eine mildere Variante üblich – während der Wandlung wird gekniet, nach der Volksakklamation setzen sich alle nieder. Beides wäre in der Alten Kirche am Sonntag nicht nur undenkbar gewesen, es war sogar ausdrücklich verboten. „Über das Knien beim Sonntagsgottesdienst“ weiterlesen

Einige Anmerkungen zur Papias-Notiz

Bei der Frage, wer der Verfasser des vierten Evangeliums nach Johannes ist, wird immer wieder auf die Angaben von Papias von Hierapolis verwiesen, einem Bischof des zweiten Jahrhunderts. 1 Sie haben als Zitate bei Irenäus von Lyon (Bischof seit 178 n. Chr.) und Eusebius von Caesarea (ca. 263 -339/340 n. Chr.) überlebt und scheinen auf den ersten Blick die Verfasserschaft des Zebedaiden Johannes zu stützen, einem der zwölf Apostel. Ich versuche hier den zweiten Blick. „Einige Anmerkungen zur Papias-Notiz“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. Alle Jahresangaben dieses Beitrags folgen Charles Kannengiesser: Handbook of Patristic Exegesis.

»Einzig geborener Sohn« oder »einzig geborene Gott« (Joh 1,18)?

Ein Klassiker der Textkritik ist Joh 1,18. Die EÜ liest hier am Endes des Johannesprologs: Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. 1 Doch diese Lesart ist alles andere als unumstritten. „»Einzig geborener Sohn« oder »einzig geborene Gott« (Joh 1,18)?“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. θεὸν οὐδεὶς ἑώρακεν πώποτε· ⸂μονογενὴς θεὸς⸃ ὁ ὢν εἰς τὸν κόλπον τοῦ πατρὸς ἐκεῖνος ἐξηγήσατο.

Wie endet das Markus-Evangelium?

Eine nur auf den ersten Blick seltsame Frage: wie das Markus-Evangelium eigentlich endet, ist bis heute nicht unumstritten. Ich zeige hier, warum das so ist. „Wie endet das Markus-Evangelium?“ weiterlesen

Wen ließ Lukas das Magnificat sprechen?

»Was soll diese Frage?« – wird wohl die erste Reaktion beim Lesen sein. »Das Magnificat ist der Lobgesang Mariens und wird als solcher tagtäglich in der Liturgie der Kirche beim Abendgebet rezitiert«. Trotzdem lohnt sich die Rückfrage. „Wen ließ Lukas das Magnificat sprechen?“ weiterlesen