„Kennt und verurteilt das Alte Testament Homosexualität?“

Eine gute Ergänzung zu meinem Artikel aus diesem Blog ist dieser Aufsatz, den der Mainzer Alttestamentler Thomas Hieke 2015 publiziert hat: „Kennt und verurteilt das Alte Testament Homosexualität?“ Er gibt auf diese Frage eine klare Antwort. Lesenswert.

Da trat eine Finsternis ein I

In den Passionserzählungen der Synoptiker tritt am Karfreitag drei Stunden vor dem Tod Jesu eine Sonnenfinsternis ein, die bis zum Tod Jesu andauert (Mt 27,45 f.; Mk 15,33 f.; Lk 23,44 f.). Johannes berichtet sie in seiner Passion nicht. Auch hier gibt es – zumindest auf den ersten Blick – eine interessante außerbiblische Parallele.

„Da trat eine Finsternis ein I“ weiterlesen

Der Spottkönig

Eine weitere bemerkenswerte Parallele zwischen den Passionsberichten der kanonischen Evangelien und einem jüdischen Autor des ersten Jahrhunderts findet sich in Philos Werk „In Flaccum“. Man vergleiche einmal die Schilderung des Spottkönigs in Mt 27,27-31 und Mk 15,16-20 mit dieser Episode.

„Der Spottkönig“ weiterlesen

Die Vorhersage der Zerstörung Jerusalems durch Jesus

Die Vorhersage der Zerstörung des Tempels durch Jesus ist in den kanonischen Evangelien mehrfach überliefert: Mt 24,1-2; Mk 13,1-2; Lk 21,5-6; (vgl. Lk 19,41-44). Das ist unter anderem deshalb wichtig, weil dieses Wort heute noch gerne zur Datierung der Entstehung des Markus-Evangeliums herangezogen wird, im Sinne eines »vaticiniums ex eventu«: Markus wusste um die Zerstörung des Tempels und legte dieses Ereignis Jesus in den Mund, was darauf hinweise, dass Markus sein Evangelium nicht vor der Zerstörung des Tempels habe schreiben können. Bevor ich dieses Argument näher würdige, will ich auf eine nicht so bekannte Erzählung eingehen, die ebenfalls von einer Unheilsprophetie Jesu über Jerusalem und den Tempel berichtet, nur dass es sich nicht um Jesus von Nazareth, sondern um Jesus, den Sohn des Ananos handelt. Von ihm erzählt Flavius Josephus in seiner Geschichte des jüdischen Krieges:

„Die Vorhersage der Zerstörung Jerusalems durch Jesus“ weiterlesen

Zog Jesus auf einem oder auf zwei Eseln in Jerusalem ein?

Diese Frage stellt sich bei einer sorgfältigen Lektüre der Synoptiker, denn bei Mk und Lk zieht Jesus auf dem Jungtier (πῶλος) eines Esels in Jerusalem ein1, bei Mt auf einer Eselin (ὄνος) und ihrem Jungtier2. Auch bei Joh sitzt Jesus auf dem Jungtier einer Eselin (Joh 12,14-15). Der Grund für diese unterschiedliche Darstellung der Evangelisten liegt meiner Meinung nach in der hebräischen Grammatik begründet.

„Zog Jesus auf einem oder auf zwei Eseln in Jerusalem ein?“ weiterlesen

Die Sehnsucht neuzeitlicher Bibelübersetzer nach Züchtigung

In der Neuzeit beginnen Bibel-Übersetzer Züchtigungen zu erfinden, die in der Bibel gar nicht vorkommen. Hier dazu ein Beispiel aus der Lukas-Passion, das ich bemerkenswert finde.

„Die Sehnsucht neuzeitlicher Bibelübersetzer nach Züchtigung“ weiterlesen

Genesis und die Metamorphosen des Ovid

Ein interessanter Effekt entsteht, wenn man die Metamorphosen des Ovid – entstanden im ersten Jahrzehnt des ersten Jahrhunderts nach Christus – mit der Genesis zusammen schaut. Ich habe hier einmal eine solche Synopse erstellt. „Genesis und die Metamorphosen des Ovid“ weiterlesen

War Mose geschieden?

Ex 18,2

Wie kommt es überhaupt zu dieser Frage? Die Antwort findet sich in Ex 18, wo der Besuch von Jitro, dem Schwiegervater des Mose, im Lager des ausgezogenen Volkes Israel erzählt wird:

וַיִּקַּח יִתְרוֹ חֹתֵן מֹשֶׁה אֶת־צִפֹּרָה אֵשֶׁת מֹשֶׁה אַחַר שִׁלּוּחֶֽיהָ׃

Und es nahm Jitro, der Schwiegervater des Mose, Ziporah, die Frau des Mose, nachdem er sie weggeschickt hatte.

Diese Formulierung nachdem er sie weggeschickt hatte erregte früh die Aufmerksamkeit der Ausleger. „War Mose geschieden?“ weiterlesen