Eine in vielen künstlerischen Darstellungen präsente Jenseits-Vorstellung betrifft das Fegefeuer, das lateinisch als purgatorium – Reinigungsort – bezeichnet wird. Was da eigentlich genau brennt ist eine Frage, die schon in der alten Kirche diskutiert wurde, mit einem – wie ich finde – erstaunlich modern klingenden Diskussionsbeitrag aus Alexandria. „Was brennt im Fegefeuer?“ weiterlesen
Autor: Oliver Achilles
»Durch Gottes Gnade« oder »getrennt von Gott«? Die Überlieferung von Hebr 2,9
Eine wichtige textkritische Frage bietet der Wortlaut von Hebr 2,9. In der aktuellen Elberfelder lautet der Vers heute so: Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte.
Kann man durch Gnade Gottes (gr. cháriti theoũ) den Tod schmecken? Es gibt eine andere Lesart, die hier statt durch Gottes Gnade liest: getrennt von Gott (gr. chōrís theoũ). Demnach lautet der Schluss des Verses: damit er getrennt von Gott für jeden den Tod schmecke. Welche Version ist ursprünglicher? „»Durch Gottes Gnade« oder »getrennt von Gott«? Die Überlieferung von Hebr 2,9“ weiterlesen
Errötende Hebammen und zwitschernde Vögel
Beim letzten Arbeitskreis »Rabbinen und Kirchenväter« lasen wir Origenes und kamen zu seiner Auslegung von Ex 1,15: „Errötende Hebammen und zwitschernde Vögel“ weiterlesen
Der Wutausbruch des Schreibers – eine Beobachtung zur Überlieferung von Hebr 1,3
Die Schreiber, die die biblischen Texte kopierten, hatten es nicht immer leicht, und manchmal machten sie ihrem Unmut sogar Luft. Ein schönes Beispiel dafür ist im Codex Vaticanus auf uns gekommen, einem wichtigen Textzeugen aus dem 4. Jh., wo drei Generationen von Schreibern an dem Text von Hebr 1,3 schrieben, bis dem Letzten der Geduldsfaden riss. „Der Wutausbruch des Schreibers – eine Beobachtung zur Überlieferung von Hebr 1,3“ weiterlesen
Ältester lateinischer Evangelienkommentar gefunden
Letzte Woche habe ich hier in Wien einen sehr interessanten Vortrag von Dr. Lukas Dorfbauer vom CSEL der Universität Salzburg gehört. Er berichtete darin, wie er in der Kölner Dombibliothek den ältesten erhalten gebliebenen Evangelienkommentar in lateinischer Sprache entdeckte. „Ältester lateinischer Evangelienkommentar gefunden“ weiterlesen
König Bar-Rakib und sein Schreiber
Ein beeindruckendes Bild, das sich heute im Berliner Pergamon-Museum befindet, zeigt den König Bar-Rakib mit seinem Schreiber. Es dürfte aus der Zeit um 730 v. Chr. stammen und wurde in Nordsyrien (heute Zincirli in der Türkei) gefunden. Interessant ist die aramäische Beschriftung, die es enthält. „König Bar-Rakib und sein Schreiber“ weiterlesen
»Einzig geborener Sohn« oder »einzig geborene Gott« (Joh 1,18)?
Ein Klassiker der Textkritik ist Joh 1,18. Die EÜ liest hier am Endes des Johannesprologs: Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. 1 Doch diese Lesart ist alles andere als unumstritten. „»Einzig geborener Sohn« oder »einzig geborene Gott« (Joh 1,18)?“ weiterlesen
Wie endet das Markus-Evangelium?
Eine nur auf den ersten Blick seltsame Frage: wie das Markus-Evangelium eigentlich endet, ist bis heute nicht unumstritten. Ich zeige hier, warum das so ist. „Wie endet das Markus-Evangelium?“ weiterlesen
Der Canon Muratori auf Auslegungssache.at
Ich habe den Canon Muratori, ein ganz frühes Zeugnis für die Bildung des neutestamentlichen Canons abgebildet, transkribiert und übersetzt. Er findet sich hier.
Hebräische Inschriften in christlicher Kunst
Rembrandt scheint ein Beispiel dafür zu sein, dass in der christlichen Kunst durchaus tiefere Kenntnisse der hebräischen Schrift und Tradition vorhanden waren. Aber es gibt auch andere Bilder – hier zwei davon, die mir in letzter Zeit in Wien untergekommen sind. „Hebräische Inschriften in christlicher Kunst“ weiterlesen