Eine Ritualmordlegende – von Bialystok nach Krefeld und zurück

Auf Chajms Blog habe ich einen Beitrag gefunden, der mich dazu gebracht hat, einer antisemitischen Ritualmord-Legende nachzugehen. Das Ergebnis: Es ist noch viel schlimmer, als ich befürchtet habe. „Eine Ritualmordlegende – von Bialystok nach Krefeld und zurück“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses II

Das Erbe der Antike war das Konsensprinzip und die »Eheunfähigkeit« der Sklaven. Wie ging die Entwicklung weiter? Für uns Heutige ist die antike rechtliche Regelung betreffend die nach römischem Rechtsverständnis unmögliche Eheschließung zwischen Sklaven und Freien ein Schlag ins Gesicht. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses II“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses I

Die Entwicklung des römisch-katholischen Eherechts ist komplex, was auch damit zusammenhängt, dass es in den ersten Jahrhunderten keine eigene kirchliche Eheschließung gab. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses I“ weiterlesen

Über das Knien beim Sonntagsgottesdienst

Seit meiner Kindheit im Rheinland bin ich es gewohnt, während des Hochgebetes von der Epiklese bis zum Herrengebet zu knien. Hier in Wien ist eine mildere Variante üblich – während der Wandlung wird gekniet, nach der Volksakklamation setzen sich alle nieder. Beides wäre in der Alten Kirche am Sonntag nicht nur undenkbar gewesen, es war sogar ausdrücklich verboten. „Über das Knien beim Sonntagsgottesdienst“ weiterlesen

Nahm Bischof Nikolaus von Myra am Konzil von Nicäa teil?

Die traditionelle katholische Kirchengeschichtsschreibung ging – wie etwa Carl Joseph von Hefele in seiner Conciliengeschichte 1 – selbstverständlich davon aus, dass Bischof Nikolaus von Myra Teilnehmer am ersten ökumenischen Konzil von Nicäa (325) gewesen sei. Diese Position wird auch heute noch vertreten. Meine Nachschau in den Quellen lässt mich zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen. „Nahm Bischof Nikolaus von Myra am Konzil von Nicäa teil?“ weiterlesen

Warum Markus nicht auf Vespasian angewiesen war

In der von ihm und Stefan Schreiber herausgegebenen Einleitung in das Neue Testament sieht der Bonner Neutestamentler Martin Ebner den Evangelisten Markus in einem Diskurs mit der Vita des Kaisers Vespasian, der die Vita des Jesus von Nazaret gleichsam kontrastierend gegenübergestellt werde. Hier meine Anfragen an diese These. „Warum Markus nicht auf Vespasian angewiesen war“ weiterlesen

Die Heilung eines Blinden und eines Gelähmten – durch Vespasian

Tacitus berichtet im vierten Buch seiner Historien von der Heilung eines Blinden und eines Gelähmten in Alexandria durch den römischen Kaiser Vespasian (9-79 n. Chr.). 1 Die Erzählung wird in verknappter Form auch in der Biografie des gleichen Kaisers durch Sueton wiedergegeben. Werfen diese Berichte ein erhellendes Licht auf neutestamentliche Texte? „Die Heilung eines Blinden und eines Gelähmten – durch Vespasian“ weiterlesen

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  1. Alle Zeitangaben in diesem Artikel nach: Der kleine Pauly. Lexikon der Antike in fünf Bänden. DTB 1979

Eine Inschrift aus der Zeit und mit dem Namen Elischas?

Amihai Mazar, Leiter der Ausgrabungen des Tel Reḥov durch das Institut für Archäologie der Hebrew University in Jerusalem ist der Meinung, eine Tonscherbe aus dem 10. Jh. BCE gefunden zu haben, die mit dem Namen des biblischen Propheten Elischa beschrieben sei. Mich überzeugt er damit nicht. „Eine Inschrift aus der Zeit und mit dem Namen Elischas?“ weiterlesen

»Die halbseitige Lähmung des Christentums«

An dieses Nietzsche-Zitat musste ich denken, als ich den Aufsatz von Udo Schnelle las: »Das Neue Testament − Gotteswort, Menschenwort oder irgendetwas dazwischen?« Der an der Universität Halle-Wittenberg lehrende Neutestamentler hat die wohl meistgekaufte deutschsprachige Einleitung in das Neue Testament geschrieben, ein Werk, das mittlerweile in der 8. Auflage erschienen ist. „»Die halbseitige Lähmung des Christentums«“ weiterlesen

Wer ist denn nun mein Nächster?

Mittlerweile sollte sich herumgesprochen haben, dass das Gebot der Nächstenliebe keine »Erfindung« Jesu ist, sondern sich bereits in der Tora findet: Lev 19,18. Trotzdem fehlt es nicht an Versuchen, die Vorreiterrolle der Tora herabzusetzen. „Wer ist denn nun mein Nächster?“ weiterlesen