Warum rede ich überhaupt noch mit euch?

Zur Übersetzung von Joh 8,25

Ich beginne mit einer kleinen Übersicht, wie gängige Übersetzungen diesen Vers verdeutschen. Sie machen aus dem Griechischen Ἔλεγον οὖν αὐτῷ· σὺ τίς εἶ; εἶπεν αὐτοῖς ὁ Ἰησοῦς· τὴν ἀρχὴν ὅ τι καὶ λαλῶ ὑμῖν:

Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Was soll ich euch zuerst sagen? (Joh 8,25; Luther 2017)
Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? (Joh 8,28; Einheitsübersetzung)
Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was ich auch zu euch rede. (Joh 8,28; Elberfelder)

Die Elberfelder führt in ihrer wie immer vorbildlichen Fußnote aus:

o. Was rede ich überhaupt noch zu euch?, o. Vor allem ⟨steht fest⟩, dass ich zu euch rede. – Die Übersetzung des schwierigen Satzes ist umstritten.

Um Wladimir Iljitsch Lenin zu zitieren – „was tun?“

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Jesus ben Pantera?

Es ist ein uraltes Gerücht, dass bis heute seine Kreise zieht: Die neutestamentlichen Erzählungen von der Jungfrauengeburt seien nichts anderes als der legendenhafte Versuch, eine unehrenhafte Abstammung Jesu zu verschleiern. In Wahrheit sei er nämlich die Frucht einer ehebrecherischen Beziehung seiner Mutter mit einem römischen Soldaten namens Pantera. (Sofern nicht anders angegeben, sind alle Übersetzungen in diesem Artikel von mir).

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Daniel Boyarin kommt nach Wien

Quelle: https://nes.berkeley.edu/Web_Boyarin/BoyarinHomePage.html
Quelle: https://nes.berkeley.edu/Web_Boyarin/BoyarinHomePage.html

Am 8. Mai kommt Daniel Boyarin von der University of California, Berkeley nach Wien und hält um 16.00 Uhr am Institut für Judaistik einen Vortrag. Wer einen der originellsten und anregendsten Denker zum Thema der Entwicklung von Christentum und Judentum einmal selbst hören möchte: höchste Empfehlung. Alle weiteren Informationen finden sich auf der Seite des Instituts für Judaistik der Universität Wien.

Nachtrag: Wer weiter westlich wohnt, sei auf diese Jubiläumsveranstaltung des Salzburger Zentrums für jüdische Kulturgeschichte verwiesen, bei der Prof. Boyarin ebenfalls vortragen wird.