Nachdem ich bereits Textvarianten bei Markus, bei Lukas und Johannes analysiert habe, hier noch eine textkritische Nuss aus dem Matthäusevangelium: das Gleichnis von den beiden Söhnen, die der Vater bittet, in seinem Weinberg zu arbeiten. „Das Gleichnis von den beiden Söhnen (Mt 21,28-31)“ weiterlesen
Kategorie: Auslegung
Was brennt im Fegefeuer?
Eine in vielen künstlerischen Darstellungen präsente Jenseits-Vorstellung betrifft das Fegefeuer, das lateinisch als purgatorium – Reinigungsort – bezeichnet wird. Was da eigentlich genau brennt ist eine Frage, die schon in der alten Kirche diskutiert wurde, mit einem – wie ich finde – erstaunlich modern klingenden Diskussionsbeitrag aus Alexandria. „Was brennt im Fegefeuer?“ weiterlesen
»Durch Gottes Gnade« oder »getrennt von Gott«? Die Überlieferung von Hebr 2,9
Eine wichtige textkritische Frage bietet der Wortlaut von Hebr 2,9. In der aktuellen Elberfelder lautet der Vers heute so: Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte.
Kann man durch Gnade Gottes (gr. cháriti theoũ) den Tod schmecken? Es gibt eine andere Lesart, die hier statt durch Gottes Gnade liest: getrennt von Gott (gr. chōrís theoũ). Demnach lautet der Schluss des Verses: damit er getrennt von Gott für jeden den Tod schmecke. Welche Version ist ursprünglicher? „»Durch Gottes Gnade« oder »getrennt von Gott«? Die Überlieferung von Hebr 2,9“ weiterlesen
Errötende Hebammen und zwitschernde Vögel
Beim letzten Arbeitskreis »Rabbinen und Kirchenväter« lasen wir Origenes und kamen zu seiner Auslegung von Ex 1,15: „Errötende Hebammen und zwitschernde Vögel“ weiterlesen
Der Wutausbruch des Schreibers – eine Beobachtung zur Überlieferung von Hebr 1,3
Die Schreiber, die die biblischen Texte kopierten, hatten es nicht immer leicht, und manchmal machten sie ihrem Unmut sogar Luft. Ein schönes Beispiel dafür ist im Codex Vaticanus auf uns gekommen, einem wichtigen Textzeugen aus dem 4. Jh., wo drei Generationen von Schreibern an dem Text von Hebr 1,3 schrieben, bis dem Letzten der Geduldsfaden riss. „Der Wutausbruch des Schreibers – eine Beobachtung zur Überlieferung von Hebr 1,3“ weiterlesen
»Einzig geborener Sohn« oder »einzig geborene Gott« (Joh 1,18)?
Ein Klassiker der Textkritik ist Joh 1,18. Die EÜ liest hier am Endes des Johannesprologs: Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht. 1 Doch diese Lesart ist alles andere als unumstritten. „»Einzig geborener Sohn« oder »einzig geborene Gott« (Joh 1,18)?“ weiterlesen
Wie endet das Markus-Evangelium?
Eine nur auf den ersten Blick seltsame Frage: wie das Markus-Evangelium eigentlich endet, ist bis heute nicht unumstritten. Ich zeige hier, warum das so ist. „Wie endet das Markus-Evangelium?“ weiterlesen
Der Canon Muratori auf Auslegungssache.at
Ich habe den Canon Muratori, ein ganz frühes Zeugnis für die Bildung des neutestamentlichen Canons abgebildet, transkribiert und übersetzt. Er findet sich hier.
Die alttestamentlichen Vorlagen des Magnificat
Lukas hat in seinem Magnificat in Lk 1,46-55 eine Reihe von Schriftzitaten verarbeitet, wie der folgende Überblick zeigt. „Die alttestamentlichen Vorlagen des Magnificat“ weiterlesen
Wen ließ Lukas das Magnificat sprechen?
»Was soll diese Frage?« – wird wohl die erste Reaktion beim Lesen sein. »Das Magnificat ist der Lobgesang Mariens und wird als solcher tagtäglich in der Liturgie der Kirche beim Abendgebet rezitiert«. Trotzdem lohnt sich die Rückfrage. „Wen ließ Lukas das Magnificat sprechen?“ weiterlesen