Lieben oder Hassen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin immer wieder gerne auf Diaspora unterwegs, und dort begegnen mir regelmäßig unter dem Stichwort #bible Beiträge, die in Form von Pictogrammen Kritik an der Bibel üben. In diesem Fall werden zwei auf den ersten Blick widersprüchliche Bibeltexte abgebildet: »Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder« (1 Joh 3,15) und »Wenn jemand zu mir kommt und nicht seine Brüder hasst, der kann nicht mein Jünger sein« (Lk 14,26). Der gewünschte Eindruck: die Bibel, ein hochproblematisches Buch. Hier meine 5 Cent dazu:  „Lieben oder Hassen?“ weiterlesen

Götter, Engel oder Söhne Israels?

Ein spannender Text, was seine Übersetzung und Auslegung angeht, ist Dtn 32,8. Hier spielt es alle Stückerln, wie man in Wien sagen würde. Je nachdem welche Textzeugen man befragt, kommt man zu ganz unterschiedlichen Aussagen. In der Einheitsübersetzung lautet der Vers aus dem Lied des Mose: »Als der Höchste (den Göttern) die Völker übergab, / als er die Menschen aufteilte, / legte er die Gebiete der Völker / nach der Zahl der Götter fest«. „Götter, Engel oder Söhne Israels?“ weiterlesen

Die »noachidischen Gebote«

Aus der Auslegungstradition der Fluterzählung entwickelte sich die nähere Bestimmung eines Noach-Bundes (KKK 56-58). Die jüdische Tradition kennt sieben noachidische Gebote, und es gibt gewichtige Hinweise, dass diese Vorstellung im Urchristentum eine entscheidende Rolle gespielt hat. Was sind diese Gebote – und wo findet man sie?   „Die »noachidischen Gebote«“ weiterlesen

Augustinus Vision von einem Konzil in Buchform

In seinem Werk Contra Julianum aus dem Jahr 422 formuliert der afrikanische Kirchenvater eine Vision: ein Konzil der bedeutendsten Kirchenväter aller Zeiten, Epochen und Erdteile – und für dessen »Realisierung« sah er nur eine Möglichkeit.  „Augustinus Vision von einem Konzil in Buchform“ weiterlesen

Copy and paste I

»Copy and paste« ist heute eine Art »Kulturtechnik« geworden. Zu einer Zeit, in der von Menschen geschriebene Texte nur aufwendig von Hand kopiert werden konnten, spielte die Sorgfalt und Zuverlässigkeit der Kopisten eine wichtige Rolle. Jeder empfindet es als legitim, dass  Beethoven die Widmung seiner dritten Symphonie mit eigener Hand ausradierte, weil er über die Kaiserkrönung Bonapartes erzürnt war. Was aber, wenn Kopisten eigenmächtig solche Veränderungen vornehmen? In der Auslegung der Bibel spielt dieses Szenario eine nicht unbedeutende Rolle.  „Copy and paste I“ weiterlesen

»Jeder Mensch« – oder »ein Mensch«?

Und wieder einmal die Einheitsübersetzung: diesmal hat sie im Buch Kohelet zugeschlagen. Dieses auch als »Prediger«, »Prediger Salomo« oder »Ekklesiastes« bekannte Buch gehört sicher zu den großen Herausforderungen jeder biblischen Auslegung, weil es so quer zum Mainstream der sonstigen Theologie der biblischen Bücher zu stehen scheint. Um so wichtiger ist es, den Textsignalen des Buches zu folgen, die zu einer kohärenten Deutung führen können. „»Jeder Mensch« – oder »ein Mensch«?“ weiterlesen

Papst Benedikt zur Übersetzung des Kelchwortes Jesu beim Abendmahl

Alle Themen, mit denen sich dieser Blog beschäftigt – die Übersetzung und Auslegung der Bibel und die damit verbundenen Konsequenzen – finden sich in diesem Brief von Papst Benedikt XVI an den Vorsitzenden der deutschen und österreichischen Bischofskonferenz.

Die Mischpoche Rahabs in Jericho

Über die Eroberung Jerichos und das dabei geschilderte Gemetzel habe ich hier schon geschrieben, ich möchte zu dieser Frage noch einen kleinen Nachschlag liefern. Der hebräische Text weist eine Eigenheit auf, die den Rabbinen zu denken gab – und sie wiederum zu weitreichenden Schlussfolgerungen führte.  „Die Mischpoche Rahabs in Jericho“ weiterlesen

Eine Konzilsrede zur Irrtumslosigkeit der Schrift

Am 2. Oktober 1964 hielt der damalige Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König, eine bemerkenswerte Rede auf dem II. Vatikanischen Konzil, bei der es um die Frage der Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift ging. Ich gebe hier ein wichtiges Argument aus der Rede des Kardinals wieder, das heute noch bedenkenswert ist und für mich auf einer Linie mit den Aussagen von John Henry Kardinal Newman steht.  „Eine Konzilsrede zur Irrtumslosigkeit der Schrift“ weiterlesen