Zu Jan Assmann: »Exodus. Revolution der Alten Welt« Verlag C.H. Beck, München 2015

Ich finde dieses Buch aufschlussreich – besonders im Hinblick auf die Art von alttestamentlicher Exegese, die in ihm zu Wort kommt, als auch Jan Assmann selbst betreffend. Sein Motiv für die lange Diskussion, die er im Zusammenhang mit der Frage nach dem Zusammenhang von Monotheismus und Gewalt in Gang gebracht hat, scheint mir jetzt deutlicher. 1 „Zu Jan Assmann: »Exodus. Revolution der Alten Welt« Verlag C.H. Beck, München 2015“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. »Die These, dass mit dem Monotheismus Intoleranz, Konflikt, Widerstand und dessen gewaltsame Unterdrückung in die Welt gekommen sind, hat schon David Hume vertreten« (Exodus, S. 326). In der Fußnote fügt JA folgende Bemerkung an: »Seltsamerweise wird sie in unserer geschichtsvergessenen Gegenwart als die umstrittene These eines Heidelberger Ägyptologen diskutiert.« (S. 437, Anm. 12)

Zur Heilung des Aussätzigen in Mk 1, 39-45

Ein paar Gedanken meinerseits zu diesem Evangelium – schon seine textliche Überlieferung ruft Fragen auf – genauso wie die in meinen Augen problematische Kombination mit der entsprechenden »Lesung« aus Lev 13,1-2.43ac.44ab.45-46 (sic!), wie sie die Leseordnung meiner katholischen Kirche vorsieht. „Zur Heilung des Aussätzigen in Mk 1, 39-45“ weiterlesen

Paulus und Qumran

Nach Markus und der Logienquelle Q jetzt ein Beitrag zu Paulus und Qumran. Einer der Schlüsselverse seiner Bibel war für Paulus Hab 2,14b. Durch Markus Tiwald 1 bin ich auf eine verblüffende Parallele zur Auslegung dieser Stelle in Qumran aufmerksam geworden. „Paulus und Qumran“ weiterlesen

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  1. »Hebräer von Hebräern. Paulus auf dem Hintergrund frühjüdischer Argumentation und biblischer Interpretation«, Herders biblische Studien, 2008 S. 240 f.

Ein Mischna-Zitat im Koran

Ein Wort aus dem Koran ist in den letzten Wochen immer wieder zitiert worden: »Wer einen Menschen tötet, der hat die ganze Welt getötet.« Mir ist dabei aufgefallen, dass der Vers nie vollständig zitiert wurde – und dass dieses Wort aus der Mischna stammt, also aus der jüdischen Tradition. „Ein Mischna-Zitat im Koran“ weiterlesen

Hieronymus und Bereschit Rabba zu Lots Töchtern

Eine wirklich seltsame Erzählung der Genesis ist die von Lots Töchtern, die in der Meinung, sie und ihr Vater seien die letzten überlebenden Menschen, Lot betrunken machen, um dann mit ihm den Stammvater der Moabiter und Ammoniter zu zeugen. Das klang schon in der Antike sehr erklärungsbedürftig. „Hieronymus und Bereschit Rabba zu Lots Töchtern“ weiterlesen

Targum Pseudo-Jonatan zu Gen 22,1-19

Ein Text, der mich immer wieder beschäftigt, ist die Erzählung in Gen 22 von Abraham, der seinen Sohn Isaak dann doch nicht opfert. Ich bringe hier die Fassung eines aramäischen Targums, des Targum Pseudo-Jonatan. 1 „Targum Pseudo-Jonatan zu Gen 22,1-19“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. Der hier übersetzte Text macht deutlich, dass »Targum« etwas anderes ist, als eine bloße Übersetzung des hebräischen Bibeltextes ins Aramäische. Hier wird kommentiert und ausgelegt und übersetzt. Zur Datierung: die Zuschreibung dieses Targums an Jonatan b. Uzziel ist historisch nicht haltbar – daher Pseudo-Jonatan. Dieses Targum wurde wohl über einen längeren Zeitraum hin gestaltet und verarbeitet Traditionen, die auch in anderen Targumim überliefert werden. Daher nennt James L. Kugel die Frage nach seiner Datierung »irreführend«. (Traditions of the Bible. A Guide to the Bible as it was at the Start of the Commen Era, S. 944). Günther Stemberger geht davon aus, dass viele Traditionen aus dem Bavli sekundär in Pseudo-Jonatan gelangt sind (und nicht umgekehrt! Einleitung in Talmud und Midrasch8, S. 200). Wie auch immer, das Targum bietet hier auf jeden Fall eine elaborierte antike Auslegungstradition zu einer schwierigen Bibelstelle.