Kinder, wie die Zeit vergeht!

Wer schon einmal versucht hat, Bibelhebräisch zu lernen, weiß um die wirklich schwere Klippe, die es zum umschiffen gilt: die sogenannten schwachen hebräischen Verben. In der Regel besteht so ein Verb aus einer Wurzel von drei Buchstaben, an die etwas angehängt (Suffix) und/oder denen etwas vorangestellt wird (Praefix). Das ist alles bewältigbar, solange man die Wortwurzel sieht. Und nun kommen die schwachen Verben ins Spiel: hier verändert sich die Wortwurzel  so, dass die ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar ist. Ein Beispiel?

Woher soll der/die Lernende wissen, dass die Form יָרֹק von רקק kommt? (Das Verbum bedeutet »anspucken« – aber die Bedeutung ist hier nicht so wichtig). Da ist man froh, wenn man auf ein Hilfsmittel zurückgreifen kann:

Die Liste der schwachen hebräischen Verben

Als ich wieder einmal zu dieser praktischen Liste griff, die 1971 gedruckt wurde, fiel mein Blick auf eine Werbeanzeige auf der Rückseite des Heftes: »Synoptische Texte aus der Genesis«. Dort steht u.a.: »In einem einführenden Kapitel wird ein plastisches Bild der drei literarischen Schichten der Genesis (Jahwist, Elohist, Priesterschrift), ihrer Entstehungssituation und ihres theologischen Anliegens entworfen.« Dazu wird eine »literakritische Tabelle zur ganzen Genesis« geboten. Ein »unentbehrliches Hilfsmittel« für alle an der Bibel Interessierten.

Nun, der Jahwist ist schon des längeren von uns gegangen und der Elohist roch schon seltsam, als er das Licht der Welt erblickte. Kinder, wie die Zeit vergeht ….

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