Thomas Söding zur »Parusieverzögerung«

Der Bochumer Neutestamentler hat am 11. April 2013 in Wien beim Forum für Weltreligionen einen Vortrag zum Thema »Maranatha. Die jesuanische Eschatologie in der Spannung zwischen Epiphanie und Parusie« gehalten. In diesem Vortrag setzt er sich kritisch mit einem angeblichen Dreischritt von Naherwartung – Parusieverzögerung – Heilsgeschichte auseinander. Lesenswert – und dankenswerterweise auf der Homepage der Universität Bochum zum Download bereitgestellt.

Sollte der Link ins Leere laufen, habe ich hier eine Kopie der Datei maranatha-vortrag gespeichert.

Digitale Bibliothekseröffnung

Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, an der ein gewisser Gotthold Ephraim Lessing massgeblich tätig war, der wiederum für die Geschichte der Leben-Jesu Forschung eminent wichtig wurde – also diese Bibliothek stellt die von ihr seit 1999 digitalisierten Werke online, dankenswerter Weisen unter einer Creative Commons Lizenz.

Noch einmal zu »Ich aber sage euch«

In der aktuellen, wie immer lesenswerten Ausgabe von Bibel heute, erzählt Walter Kirchschläger, emeritierter Professor für Neues Testament an der Universität Luzern, von der Überarbeitung der Einheitsübersetzung, an der er beteiligt ist.

Dabei spricht er auch von den angeblichen Antithesen der Bergpredigt. Und obwohl er bibelwissenschaftlich festhält, dass sie sachlich falsch sind, äußert er die Ansicht, dass das problematische »ich aber sage euch« nicht geändert werden könne, da es nun mal einer »üblichen Vorstellung« entsprechen würde.

Das lässt mich für diese Revision nichts wirklich Gutes erwarten.

Vortrag zu Paulus, Ambrosius und Augustinus

Soeben im Netz von mir entdeckt: mein verehrter akademischer Lehrer Prof. Ernst Dassmann hat 2008 diesen absolut lesenswerten Vortrag gehalten: »Paulinische Gnadenlehre bei Ambrosius und Augustinus«.  Das Zentrum für Augustinus Forschung in Würzburg hat ihn online gestellt. Einfach klasse.

Historisch-kritische vs. traditionelle Bibelauslegung?

Ein flüchtiger Blick auf die Artikel dieses Blogs zeigt, dass ich grosses Interesse an der traditionellen christlichen und jüdischen Bibelauslegung habe. Da scheint es nahezuliegen, eine Schublade aufzumachen: hier wird ein vorkritischer Zugang vertreten, der sich nicht auf der Höhe der derzeitigen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen bewegt. Aber muss das wirklich so sein? Ohne die Spannungen zwischen traditionellen und historisch-kritischen Zugängen leugnen zu wollen, haben mich einige Beobachtungen in den letzten Monaten zum Grübeln gebracht. Ich will das einmal an zwei Beispielen verdeutlichen.

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Was wurde aus dem Jahwisten?

Dank James L. Kugel kann ich auf folgenden – 2006 in englischer Sprache gehaltenen Vortrag – von Rolf Rendtorff hinweisen: »What Happened to the „Yahwist“?: Reflections after Thirty Years«. Der Beitrag endet mit den bezeichnenden Worten: »What happened to the Yahwist? The answer: He faded away, and he took with him the building he had lived in because there are no inhabitants any longer.«

Meiner Beobachtung nach wurde dieses wissenschaftliche Begräbnis erster Klasse noch nicht allgemein wahrgenommen.

Abschied vom »Urtext«

Jahrzehntelang war mir die Vorstellung geläufig, dass hinter einer gängigen Bibelausgabe ein Urtext stehen müsse, der, in hebräischer, aramäischer oder griechischer Sprache verfasst die Grundlage aller Auslegung sei.  „Abschied vom »Urtext«“ weiterlesen

Die Päpstliche Bibelkommission

An dieser Stelle will ich kurz zwei Dokumente der päpstlichen Bibelkommission vorstellen, die ich für inhaltlich hervorragend und absolut lesenswert halte. Sie passen dazu auch noch bestens zum Thema dieses Blogs: der Auslegung der Bibel. „Die Päpstliche Bibelkommission“ weiterlesen

Gesenius digital (und frei)

Der Gesenius ist ein unerlässliches Hilfswerk bei der Übersetzung von hebräischen und aramäsichen Bibeltexten. Wie gut er ist, sieht man daran, dass es bis heute einen unveränderten Nachdruck der 17. Auflage von 1915 gibt, doch die ist nicht billig. „Gesenius digital (und frei)“ weiterlesen