In seiner »Geschichte der Klassischen Philologie« identifizierte Rudolf Pfeiffer Zenodot von Ephesos († um 260 v. Chr.), den ersten Leiter der Bibliothek von Alexandria, als den Erfinder der textkritischen Zeichen. Damit war ein Meilenstein im Umgang mit einem Heiligen Text gesetzt worden. „Heiliger Homer V“ weiterlesen
Autor: Oliver Achilles
Warum der Schmetterling kein Symbol für die Auferstehung ist
Diesen Sonntag habe ich einen sehr schönen Gottesdienst mitgefeiert, der speziell für Familien gestaltet wurde. Um den erfreulich zahlreich erschienen Kindern die Auferweckung des Jünglings von Nain (Lk 7,11-17) zu verdeutlichen, war die Kirche mit Papierschmetterlingen geschmückt worden und die Homilie versuchte, hier eine Analogie zwischen dem Weg einer Raupe über den Kokon zum Schmetterling und der Auferweckung zu ziehen. Warum das nicht funktionieren kann, möchte ich hier kurz begründen. „Warum der Schmetterling kein Symbol für die Auferstehung ist“ weiterlesen
Die Abschreiber der biblischen Texte – bloße Kopierer?
An mittelalterlichen Texten kann man sehr schön zeigen, dass die Arbeit des Kopisten weit über ein mechanisches Abschreiben hinausging. Der Codex Leningradensis ist hier keine Ausnahme. „Die Abschreiber der biblischen Texte – bloße Kopierer?“ weiterlesen
Wie beginnt die hebräische Bibel?
Masoretische Beobachtungen I
Wie beginnt eigentlich die hebräische Bibel? Mit bərēschit oder brēsith oder barēsēth oder vielleicht gar mit bārāschit? Für alle Lesarten gibt es antike Zeugen, aber nur eine hat sich als heute gültige durchgesetzt. „Wie beginnt die hebräische Bibel?“ weiterlesen
Das Fleisch und das Blut Jesu
Passend zum heutigen Hochfest des Leibes und Blutes Christi ein Gedanke des Kirchenvaters Augustinus: „Das Fleisch und das Blut Jesu“ weiterlesen
Thomas Söding zur »Parusieverzögerung«
Der Bochumer Neutestamentler hat am 11. April 2013 in Wien beim Forum für Weltreligionen einen Vortrag zum Thema »Maranatha. Die jesuanische Eschatologie in der Spannung zwischen Epiphanie und Parusie« gehalten. In diesem Vortrag setzt er sich kritisch mit einem angeblichen Dreischritt von Naherwartung – Parusieverzögerung – Heilsgeschichte auseinander. Lesenswert – und dankenswerterweise auf der Homepage der Universität Bochum zum Download bereitgestellt.
Sollte der Link ins Leere laufen, habe ich hier eine Kopie der Datei maranatha-vortrag gespeichert.
Digitale Bibliothekseröffnung
Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, an der ein gewisser Gotthold Ephraim Lessing massgeblich tätig war, der wiederum für die Geschichte der Leben-Jesu Forschung eminent wichtig wurde – also diese Bibliothek stellt die von ihr seit 1999 digitalisierten Werke online, dankenswerter Weisen unter einer Creative Commons Lizenz.
Pontifex maximus
Wenn heute der Titel »Pontifex maximus« gebraucht wird, denkt man in der Regel sofort an den Papst. Aber das war nicht immer so. „Pontifex maximus“ weiterlesen
War Methusalem in der Arche?
Was ziemlich seltsam klingt, war nach dem Zeugnis des Hieronymus eine in der alten Kirche heiß diskutierte Frage. Und sie hing wieder einmal mit Unterschieden zwischen dem hebräischen Text der Bibel und der Septuaginta zusammen. „War Methusalem in der Arche?“ weiterlesen
Zur Einteilung der biblischen Bücher in Kapitel
Heute hatte ich die Freude, mit einer kleinen Schola die Pfingstsequenz »Veni, sancte spiritus« zu singen, sie wird allgemein Stephen Langton (1150-1228) zugeschrieben. Langton war dabei, als in Paris die Universität gegründet wurde, später wurde er Kardinal, dann Erzbischof von Canterbury, dabei war er maßgeblich an den Vorgängen beteiligt, die zur Magna Charta führten. Und: Er nahm eine Einteilung der Bibel in Kapitel vor, die sich im Großen und Ganzen durchsetzte: Sie wurde von den orthodoxen Kirchen und sogar den Rabbinen übernommen, von den protestantischen Kirchen beibehalten und findet sich heute in jeder Bibelausgabe wieder.
Wer es genauer wissen will, kann es in diesem bemerkenswerten Werk des Grazer Neutestamentlers Otto Schmid nachlesen.