Nachdem ich im ersten Teil einen Blick auf den biblischen Befund geworfen habe, um die Formulierung der sechsten Vater-unser Bitte besser zu verstehen, will ich jetzt noch der frühen Bibelauslegung bei den Vätern nachgehen, um die Frage nach der Übersetzung von »und bringe uns nicht in peirasmós« noch besser zu klären.
Autor: Oliver Achilles
Und führe uns nicht in Versuchung?
Papst Franziskus hat in einem Interview ausdrücklich die deutsche Übersetzung der sechsten Bitte des Vater-unser kritisiert, weil Gott niemanden in Versuchung führe. Ich werfe daher einen genaueren Blick in die biblischen Aussagen zum Thema.
Anmerkungen zu dem Artikel ‚Geistzeugung und Jungfrauengeburt?‘
Doris Nauer, in Diakonia 4/2017 S. 241-245
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Die Zeichen der Zeit
Zu den bekanntesten theologischen Ausdrucksformen gehört sicherlich die Rede von den »Zeichen der Zeit«. Theologisch Gebildete wissen, dass der Ausdruck eine prominente Rolle in einem der grundlegenden Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils spielt (Gaudium et Spes). Aber ist er auch biblisch?
Frauen sollen in der Kirche schweigen
Zu den berüchtigtsten Texten des Neuen Testamentes gehört der ominöse Satz aus dem 1. Korintherbrief, einem in der Forschung unumstritten Paulus zugeschriebenem Brief: mulieres in ecclesiis taceant – die Frauen sollen in den (gottesdienstlichen) Versammlungen schweigen (1 Kor 14,34). Die Frage ist aber: hat Paulus das wirklich geschrieben?
Wer schrieb die Offenbarung?
Die Frage, wer der Autor der Offenbarung des Johannes sei – oder genauer, welcher Johannes das letzte Buch der christlichen Bibel verfasst habe, wird seit Jahrhunderten diskutiert. Ich bringe hier einen Beitrag zu dieser Frage, der trotz seines hohen Alters nichts von seiner Aktualität eingebüsst hat.
Sechshundertsechsundsechzig?
Die wohl bekannteste Zahl der Bibel lautet 666 und über ihre Bedeutung sind unzählige Beiträge verfasst worden. Um die Sache zu verkomplizieren, möchte ich hier darauf hinweisen, dass es keinesweges gesichert ist, dass die Zahl in Offb 13,18 ursprünglich 666 lautete. Denn wirklich gut bezeugt ist auch die Lesart 616.
Woher kommt die so genannte Kanonformel?
Generell wird die Formel »nichts hinzufügen – nichts mehr wegnehmen« gerne als »Kanonformel« bezeichnet. Sie findet sich innerbiblisch zunächst zweimal im Buch Deuteronomium, jeweils in den Versen Dtn 4,2 und 13,1. 1 „Woher kommt die so genannte Kanonformel?“ weiterlesen
Kol haOlam kulo
Ich beschäftige mich derzeit intensiv mit Abraham Geigers Lehrbuch zur Mischna, das er 1845 in Breslau verfasst hat. Und dabei stieß ich auf eine Erklärung, die mir geholfen hat, die Formulierung eines sehr bekannten hebräischen Verses zu verstehen, der als Lied besondere Verbreitung gefunden hat: „Kol haOlam kulo“ weiterlesen
Was wurde eigentlich aus der Bundeslade?
Die Eingabe dieser Überschrift in eine Suchmaschine Ihres Vertrauens fördert Erstaunliches auf den Bildschirm: demnach wurde die Bundelade wahlweise nach Äthiopien, zum Tschadsee oder bis nach Südafrika gebracht. Eigentlich war sie eine Art Funkgerät für den Kontakt mit Außerirdischen (v. Däniken) doch letztendlich hat sie der berühmte Archäologe Dr. Henry Walton Jones (Indiana Jones) vor den Nazis gerettet, bevor sie in einem geheimen Lager der amerikanischen Regierung verschwand. Ich steure hier das Ergebnis meiner Quellenforschung bei.