Rezension des Buches »Das Paulusverständnis im Liber Graduum«

Das 2008 im Walter de Gruyter Verlag erschienene Buch ist die 2006 verfasste Habilitationsschrift von Matthias Westerhoff und wurde in der Reihe »Patristische Texte und Studien« veröffentlicht. Gegenstand der Habilitation ist das Liber Graduum, ein anonym verfasstes Werk der syrischen Kirche, vermutlich aus dem 4. Jh., das 2004 ins Englische übersetzt wurde. Im Vorwort formuliert Westerhoff, die Paulus-Rezeption des Werkes sei lohnend, »da sie auch den heutigen Theologen auf die Entdeckung der viva vox evangelii verweist« 1. Damit ist ein Grundakkord angeschlagen, der sich durch das ganze Werk zieht: das syrische Werk aus der Zeit der Antike wird an dem gemessen, was der Autor für eine orthodoxe lutherische Theologie hält. „Rezension des Buches »Das Paulusverständnis im Liber Graduum«“ weiterlesen

Preise für biblische Fachliteratur – eine Frechheit

Ich lese gerne den Blog von Larry Hutardo, in dem er immer wieder auch relevante Neuerscheinungen vorstellt. Dabei fiel mir auf, dass sich in letzter Zeit seine Klagen über Buchpreise häufen. Aber dem Fass die Krone aufgesetzt hat bei mir das Gütersloher Verlagshaus. „Preise für biblische Fachliteratur – eine Frechheit“ weiterlesen

Zu Jan Assmann: »Exodus. Revolution der Alten Welt« Verlag C.H. Beck, München 2015

Ich finde dieses Buch aufschlussreich – besonders im Hinblick auf die Art von alttestamentlicher Exegese, die in ihm zu Wort kommt, als auch Jan Assmann selbst betreffend. Sein Motiv für die lange Diskussion, die er im Zusammenhang mit der Frage nach dem Zusammenhang von Monotheismus und Gewalt in Gang gebracht hat, scheint mir jetzt deutlicher. 1 „Zu Jan Assmann: »Exodus. Revolution der Alten Welt« Verlag C.H. Beck, München 2015“ weiterlesen

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  1. »Die These, dass mit dem Monotheismus Intoleranz, Konflikt, Widerstand und dessen gewaltsame Unterdrückung in die Welt gekommen sind, hat schon David Hume vertreten« (Exodus, S. 326). In der Fußnote fügt JA folgende Bemerkung an: »Seltsamerweise wird sie in unserer geschichtsvergessenen Gegenwart als die umstrittene These eines Heidelberger Ägyptologen diskutiert.« (S. 437, Anm. 12)