Zu Psalm 7-9 in der Einheitsübersetzung

Ein wichtiges Mittel der Psalmenauslegung ist die Beachtung ihrer Anordnung und Stichwortverknüpfung. Wesentliche Komponenten des Psalters gehen verloren, wenn man sie nicht im Blick behält.  Ein schönes Beispiel ist die »concatenatio« (Verknüpfung – in dem Ausdruck steckt das Wort catena) der Psalmen 7 – 9, die an Hand der folgenden Verse (ich zitiere nach der EÜ) deutlich wird:

Ich will dem Herrn danken, denn er ist gerecht; / dem Namen des Herrn, des Höchsten, will ich singen und spielen. (Ps 7,18)

Herr, unser Herrscher, / wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; (Ps 8,2)

Herr, unser Herrscher, / wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde! (Ps 8,10)

Also: Psalm 7 endet mit dem Vorsatz, den Namen des Herrn (im hebräischen steht der Heilige Gottesnamen) zu loben. Ps 8 gibt durch seinen Anfang und sein Ende deutlich zu verstehen, dass er diesen Vorsatz erfüllt. Und: Psalm 9 führt diesen Gedanken weiter – allerdings nicht in der EÜ, die in Ps 9,3 den Ausdruck »Namen« einfach weglässt, obwohl er im Hebräischen steht. Die concatenatio ist zerstört – und ich weiß nicht warum. Denn sowohl die LXX als auch die Vulgata haben sie bewahrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.