Das jüngste Gericht ist eine frohe Botschaft

Ich lese derzeit das Buch »Bloodlands« von Timothy Snyder – über die Ermordung von Vierzehn Millionen Menschen zwischen 1933 bis 1945 mitten in Europa. Es ist eine entsetzliche Geschichte – und immer wieder taucht an leitender Stelle ein Namen auf:

Erich von dem Bach-Zelewski, General der Waffen-SS, verantwortlich für die Ermordung hundertausender Zivilisten in Russland, Polen und Ungarn. Er wurde für diese Verbrechen nie zur Rechenschaft gezogen, ins Gefängnis kam er wegen der Ermordung von zwei SA-Männern beim sog. Röhm-Putsch. Er starb 1972.

Einer seiner Gefährten bei der Vernichtung Warschaus 1944 war der Generalleutnant der Waffen-SS, Heinz Reinefarth. »Mangels an Beweisen« nie verurteilt, wurde er nach dem Krieg (!) Bürgermeister der Stadt Westerland auf Sylt und starb dort unbehelligt 1979.

Wenn ich diese Biografien lese, die durch zahllose weitere ergänzt werden können, dann kann ich nur sagen: das jüngste Gericht ist eine richtig frohe Botschaft.

Und: es wird dabei nicht nach der Religion gefragt werden (Mt 25,31-46).

Nachtrag vom 7. August 2014
Was Reinefarth angeht, hat sich mittlerweile einiges getan.

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