WordPress-Blog ohne Google-Fonts betreiben

Dieser Blog läuft seit vielen Jahren auf WordPress. Und mein aktuelles Theme greift auf Google-Fonts zurück, was zunehmend zum Problem wird.

An und für sich waren Google-Fonts recht praktisch: Sie stellten sicher, dass jede Webseite im Browser so dargestellt wird, wie der Betreiber es sich wünscht. Hat ein Besucher die entsprechenden Schriftarten nicht auf seinem Gerät installiert, lieferte Google sie praktisch frei Haus. Das Problem: Dabei wird der Besucher der Website getrackt – Google weiß also, wem es seine Fonts wo zur Verfügung stellt.

Zunächst einmal geht es darum, das verwendete WP-Theme Datenschutz-konform zu betreiben. Dazu kann man sehr leicht dieses Plugin installieren und aktivieren: dann wird das Nachladen der Fonts unterbunden.

Ich hatte vor vielen Jahren über

Design → Customizer → Zusätzliches CSS

dafür gesorgt, dass als hebräisch oder griechisch markierte Texte in meinem Blog automatisch die entsprechenden Schriftarten nachluden, da wohl kaum alle Besucher entsprechende  Fonts auf ihrem Rechner installiert haben dürften.

Der HTML-Code dazu sieht für Griechisch so aus:

<span lang="el">Hier der griechische Text</span>

Und für Hebräisch – mit der entsprechenden Leserichtung:

<p style="text-align: right;"><span lang="he">Text</span></p>

Jetzt noch die entsprechenden Schriftarten für beide Sprachen auf Google-Fonts suchen. Die gewünschte Schriftart anklicken und „Download Family“ wählen.

Google Fonts
Google Fonts, © google.com

Die heruntergeladenen Fonts liegen im ttf-Format vor und sind so nicht für die Einbindung verwendbar. Daher auf Debian-artigem Linux:

sudo apt install woff2
woff2_compress Irgendeine.ttf

Die Aufgabe lässt sich auch mit einem Online-Converter erledigen. Das Ergebnis ist eine woff2-Datei. Mit Hilfe eines FTP-Clients lege ich dann einen neuen Ordner in meinem Word-Press Verzeichnis an – auf derselben Ebene wie der Ordner wp-admin und nenne ihn fonts. In den werden dann die frisch erzeugten woff2-Dateien hinaufgeladen.

Dann trage ich in WordPress bei Design → Customizer → Zusätzliches CSS entsprechend den gewünschten Schriftarten den folgenden Code ein:

@import url(//meinedomain.tld/fonts/Alef-Regular.woff2);
@import url(//meinedomain.tld/fonts/GFSDidot-Regular.woff2);


    :lang(el) { font-family: "GFS Didot", serif; font-size: 17px; }

    :lang(he) { direction: rtl; font-family: "Alef Hebrew", serif; font-size: 19px; }

Sie sollten jetzt direkt von meinem Webserver – und nicht mehr von Google – heruntergeladen werden.

Jetzt kann ich bei Webbkoll testen, ob mein WP-Blog noch irgendwelche Schriften nachlädt und ob die griechischen und hebräischen Schriftzeichen korrekt dargestellt werden.

PS: Danke an PM für seine hilfreichen Hinweise.

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