Ist die Bibel »eine Sammlung primitiver Legenden?«

So hat es Albert Einstein in einem nicht zur Veröffentlichung bestimmten Brief formuliert, der jetzt auf Ebay um eine Vermögen versteigert werden soll. Sollte ich dieses Blog angesichts des vernichtenden Urteils eines solchen genialen Menschen nicht besser still und heimlich einstellen? Auch nach der Lektüre dieses Artikels bin ich weiterhin überzeugt, dass die biblischen Texte alles andere als primitiv sind – und dass sie in einer unnachahmlichen Art und Weise Menschheitsthemen behandeln, die nichts an Aktualität und Relevanz verloren haben.

In gewisser Weise ist Einstein in seinem Brief Spinoza sehr ähnlich, dessen Rationalismus ihn blind gemacht hatte für die eigene Tradition und ihren zutiefst humanen Umgang mit den Texten der Bibel. Mir scheint, schon allein die Lektüre von Bereschit Rabba verdeutlicht, dass das Niveau hier alles andere als »primitiv« ist.

Wie auch immer: festzuhalten bleibt, dass auch ein Mann wie Einstein es notwendig fand, sich noch kurz vor seinem Tod polemisch mit dem Thema Bibel und Gott auseinanderzusetzen.

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