Ploni Almoni

Wenn ein Amerikaner John Doe heißt, dann weiß der Anglophile, was es geschlagen hat. Sein deutscher Kollege heißt Max Mustermann und beide haben einen Vorfahren im biblischen Israel: Ploni Almoni.

Im Buch Rut wird Anfang des vierten Kapitels ein Mann erwähnt, mit dem Boas ein Rechtsgeschäft abschließen muss, damit er Rut heiraten kann. Boas sagt zu ihm:

שְׁבָה־פֹּה פְּלֹנִי אַלְמֹנִי

Setz dich her, Ploni Almoni!

Der Ausdruck lässt sich mit »Soundso« übersetzen, im Modern-Hebräisch bedeutet er »jemand« oder »irgendeiner«. In 1 Sam 21,3 und 2 Kön 6,8 taucht der Begriff in Verbindung mit מָקוֺם (makom=Ort) auf, dort heißt אֶל־מְקוֹם פְּלֹנִי אַלְמוֹנִי æl mekom ploni almoni »an den und den Ort«.

Da der Namen des Mannes für die Handlung unwichtig ist, wird er im Buch Rut einfach »Soundso« genannt. Doch Ploni Almoni ist nicht der einzig sprechende Namen in diesem kleinen Meisterwerk. (Fortsetzung)

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