Zu Jan Assmann: »Exodus. Revolution der Alten Welt« Verlag C.H. Beck, München 2015

Ich finde dieses Buch aufschlussreich – besonders im Hinblick auf die Art von alttestamentlicher Exegese, die in ihm zu Wort kommt, als auch Jan Assmann selbst betreffend. Sein Motiv für die lange Diskussion, die er im Zusammenhang mit der Frage nach dem Zusammenhang von Monotheismus und Gewalt in Gang gebracht hat, scheint mir jetzt deutlicher. 1 „Zu Jan Assmann: »Exodus. Revolution der Alten Welt« Verlag C.H. Beck, München 2015“ weiterlesen

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  1. »Die These, dass mit dem Monotheismus Intoleranz, Konflikt, Widerstand und dessen gewaltsame Unterdrückung in die Welt gekommen sind, hat schon David Hume vertreten« (Exodus, S. 326). In der Fußnote fügt JA folgende Bemerkung an: »Seltsamerweise wird sie in unserer geschichtsvergessenen Gegenwart als die umstrittene These eines Heidelberger Ägyptologen diskutiert.« (S. 437, Anm. 12)

Jan Assmann präzisiert die »mosaische Unterscheidung«

Es gibt wohl niemanden, der die Diskussion um das Gewaltpotential der monotheistischen Religionen – das immer auch eine Frage der jeweiligen Auslegung ist – in den letzten Jahrzehnten so voran getrieben hat, wie der Ägyptologe Jan Assmann. Jetzt hat er auf Perlentaucher.de seine Positionen nochmals präzisiert. Über den dabei von ihm zitierten mörderischen Priester Pinhas habe ich mich hier geäußert.

Als JHWH Mose töten wollte (Ex 4,21-24) V

Ich will hier eine kurze Zusammenfassung unternehmen, die in meiner Auslegung dieser schwierigen Stelle münden soll. Dabei möchte ich zunächst auf die beiden neuzeitlichen Deutungen eingehen, die beide auf der Annahme beruhen, dass der Text gleichsam unfreiwillig einen ihm zugrunde liegenden Konflikt entschleiert.   „Als JHWH Mose töten wollte (Ex 4,21-24) V“ weiterlesen

Pinhas, der mörderische Priester

Num 25 schildert, wie Pinhas einen Israeliten, der sich mit einer Moabiterin in sein Zelt zurückgezogen hat, um sich dort mit ihr zu vergnügen, mit einen Speer auf seinem Liebeslager samt Gefährtin tötet. Gott spricht im Anschluss an diese Tat über Pinhas: »Hiermit gewähre ich ihm meinen Friedensbund. Ihm und seinen Nachkommen wird der Bund des ewigen Priestertums zuteil, weil er sich für seinen Gott ereifert und die Israeliten entsühnt hat.« (Num 25,12-13). Belohnt der biblische Gott hier einen religiösen Fanatiker und Mörder mit einem ewigen Priestertum? „Pinhas, der mörderische Priester“ weiterlesen

Genozid in der Bibel?

In Jos 6,17 sagt Josua zu den Israeliten bei der Einnahme von Jericho: »Die Stadt mit allem, was in ihr ist, soll zu Ehren des Herrn dem Untergang geweiht sein« und in 6,21 ist zu lesen: »Mit scharfem Schwert weihten sie alles, was in der Stadt war, dem Untergang, Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder, Schafe und Esel.« Dieses Gemetzel ist kein Einzelfall im Buch Josua – im Gegenteil! Nach Jos 10,28 ff. ergeht es einer ganzen Reihe von Städten und ihren Bewohnern ebenso – und abschließend heißt es: »So schlug Josua das ganze Land (…) mit allen seinen Königen. Niemand ließ er entkommen; alles, was lebte, weihte er dem Untergang, wie es der Herr, der Gott Israels, befohlen hatte.« (Jos 10,40; vgl. Jos 8,2). Ist der biblische Gott ein Gott, der Massenmorde anordnet?  „Genozid in der Bibel?“ weiterlesen