Was wurde eigentlich aus der Bundeslade?

Die Eingabe dieser Überschrift in eine Suchmaschine Ihres Vertrauens fördert Erstaunliches auf den Bildschirm: demnach wurde die Bundelade wahlweise nach Äthiopien, zum Tschadsee oder bis nach Südafrika gebracht. Eigentlich war sie eine Art Funkgerät für den Kontakt mit Außerirdischen (v. Däniken) doch letztendlich hat sie der berühmte Archäologe Dr. Henry Walton Jones (Indiana Jones) vor den Nazis gerettet, bevor sie in einem geheimen Lager der amerikanischen Regierung verschwand. Ich steure hier das Ergebnis meiner Quellenforschung bei.

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Wenn ein Mann und eine Frau über das Gleiche lachen, ist es trotzdem nicht dasselbe

In Gen 17 und 18 lachen zuerst Abraham und dann Sara, als sie von Gott erfahren, dass sie in ihrem hohen Alter noch einen Sohn bekommen sollen. Von dem Verb צחק (= lachen) wird der Namen des Kindes – nämlich יצחק (Jitzchak – Isaak) abgeleitet. Interessant finde ich, wie unterschiedlich in der traditionellen Bibelauslegung das Lachen des Mannes und das Lachen der Frau über den selben Sachverhalt beurteilt wird. „Wenn ein Mann und eine Frau über das Gleiche lachen, ist es trotzdem nicht dasselbe“ weiterlesen

Was ist das wichtigste Gebot der Tora?

Emmanuel Levinas veröffentlichte 1963 in dem Sammelband »Difficile liberté. Essais sur le judaïsme« den Aufsatz »Une religion d’adultes«. Hier zitiert er ohne Stellenangabe einen Abschnitt, der im französischen Original bei ihm folgendermaßen lautet: „Was ist das wichtigste Gebot der Tora?“ weiterlesen

Zum neutestamentlichen Kanon des Origenes

Um den neutestamentlichen Kanon ranken sich viele Verschwörungstheorien. Aber es gibt auch Versuche, den Kanonschluss (es wird nichts mehr hinzugefügt und nichts mehr weggenommen) deutlich früher anzusetzen, als mit dem berühmten Osterfestbrief von Bischof Athanasius von Alexandria, der als der erste Zeuge für den abgeschlossenen Kanon gilt. Das war im Jahr 367 n. Chr. 1 Als Kronzeuge einer früheren Datierung wird gerne Origenes genannt. „Zum neutestamentlichen Kanon des Origenes“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. Zeitangabe nach Martin Ebner/Stefan Schreiber: Einleitung in das neue Testament² S. 32

Der babylonische Talmud zur Entstehung der Septuaginta

Ich hatte gezeigt, dass die christlichen Autoren der frühen Kirche der Septuaginta ihr Vertrauen schenken wollten, obwohl sie zugleich (wie etwa Irenäus und Augustinus) von tiefem Misstrauen gegen die jüdische Überlieferung der Bibel erfüllt waren – aber die LXX ist nun einmal eine jüdische Übersetzung der hebräischen Bibel. Man war also doch auf die Zuverlässigkeit dieser Tradition angewiesen. „Der babylonische Talmud zur Entstehung der Septuaginta“ weiterlesen

Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta IV

Im Grunde genommen hatte mit Irenäus die Legendenbildung zur Septuaginta ihren Höhepunkt erreicht, von nun an wurde die erreichte Fassung verbreitet und theologisch ausgewertet. Wie schnelle das ging, kann man an Clemens von Alexandria sehen, der 215 gestorben ist. Erstaunlich ist, wie rasch Clemens in Alexandria die Bücher von Irenäus aus Lyon zur Verfügung standen. 1 „Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta IV“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. Larry Hurtado macht darauf aufmerksam, dass in Oxyrhynchus Kopien des »Hirten des Hermas«, Irenäus »Gegen die Häresien« und Schriften von Melito von Sardes gefunden wurden, die alle innerhalb eines Jahrzehnts oder zweier Jahrzehnte angefertigt wurden, nachdem das ursprüngliche Werk entstanden war. Siehe Destroyer of the Gods, S. 248, Fn. 81

Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta III

Im letzten Beitrag hatte ich gezeigt, wie Justin von Rom (gest. 162/168) die erstmals im Aristeas-Brief greifbare Legende charakteristisch abgewandelt hatte. Noch deutlich weiter geht Irenäus von Lyon, der allerdings Motive des Justin aufgreift. „Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta III“ weiterlesen

Die Legenden zur Entstehung der Septuaginta II

Ich untersuche hier, wie die ursprünglich im Bericht des Pseudo-Aristeas erzählte Legende weitergewachsen ist und im jungen Christentum transformiert wurde.

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Die Legenden um die Entstehung der Septuaginta I

Das älteste Zeugnis über die Entstehung der Septuaginta ist der „Brief“ des Pseudo-Aristeas an Philokrates, in dem die Legende in ihrer ursprünglichen Gestalt erscheint. Das Alter des Berichtes, zu dessen Charakterisierung sein Autor denselben Begriff verwendete wie der Evangelist Lukas im Vorwort seines Evangeliums – διήγησις (Erzählung, Bericht) – ist nicht genau datierbar. Dazu ein paar Einschätzungen: „Die Legenden um die Entstehung der Septuaginta I“ weiterlesen

Schwestern und Brüder in den biblischen Lesungen

Eine vertraute Szene im katholischen Gottesdienst: der Lektor/die Lektorin tritt an den Ambo und verkündet eine Brieflesung aus dem NT. Er oder sie beginnt mit der (oft nur im Lektionar – nicht aber im Bibeltext vorhandenen) Anrede: »Brüder!«. Die sich zumeist in der Mehrzahl befindenden Schwestern sollen sich ohrenkundig nicht angesprochen fühlen. Das wird sich jetzt mit der revidierten Einheitsübersetzung ändern. „Schwestern und Brüder in den biblischen Lesungen“ weiterlesen