Reinkarnation im Neuen Testament?

Gelegentlich ist mir die Verschwörungstheorie begegnet, das Christentum habe ursprünglich eine Wiedergeburt im asiatischen Sinn (= Reinkarnation) gekannt, aber diese Auffassung sei von »der Kirche« aus ideologischen Gründen unterdrückt worden, habe sich aber im Neuen Testament erhalten. Ein genauerer Blick in den (griechischen) Text hilft – wie immer – weiter. „Reinkarnation im Neuen Testament?“ weiterlesen

Simon Magus, eine altlateinische Inschrift und ihre Folgen

In Apg 8,9-24 berichtet Lukas von einem Simon, der als Magier großen Eindruck auf die Einwohner der Stadt Sebaste1 in Samaria machte. Beeindruckt von der Verkündigung des Philippus lässt er sich taufen und versucht, Petrus die Vollmacht, durch Handauflegung den Heilige Geist zu verleihen, abzukaufen. Die Perikope endet mit einer brüsken Zurückweisung Simons durch Petrus, dem Aufruf zur Umkehr an Simon und dessen Bitte an Petrus, für ihn zu beten. „Simon Magus, eine altlateinische Inschrift und ihre Folgen“ weiterlesen

Show 1 footnote

  1. So identifiziert Rudolph Pesch die von Lukas in 8,5 genannte »Stadt Samarias« in EKK V/1 S. 272

Wurden die Evangelien zu Gunsten von Kaiser Konstantin verändert?

Ich bin bei Vorträgen der Frage begegnet, ob die Evangelien nicht im Sinne Kaiser Konstantins verändert worden sein. In diesem Zusammenhang wird gerne auf das bekannte Wort verwiesen: »gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört«. Ich will hier zeigen, warum dieses Wort keine nachträgliche Hinzufügung sein kann. „Wurden die Evangelien zu Gunsten von Kaiser Konstantin verändert?“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses IV

Gratian hatte die Durchsetzung der Ehefähigkeit von Sklaven vorangetrieben und er urteilte, dass eine Frau nicht gegen ihren Willen verheiratet werden darf – ebenso wie ein Mann. Damit legte er die Grundlage für die klassische Formulierung des römisch-katholischen Eherechts, die in zeitlicher Nähe zu der Erstellung seiner Rechtssammlung erfolgte.
„Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses IV“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses III

Gratian brach als erster mit dem Rechtsprinzip, dass Sklaven ohne Einwilligung oder gar gegen den Willen ihrer Besitzer nicht heiraten können. Wie aber sah es mit der freien Gattenwahl der Frauen aus? Auch hier lohnt sich der Blick in die von ihm begonnene Rechtssammlung. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses III“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses II

Das Erbe der Antike war das Konsensprinzip und die »Eheunfähigkeit« der Sklaven. Wie ging die Entwicklung weiter? Für uns Heutige ist die antike rechtliche Regelung betreffend die nach römischem Rechtsverständnis unmögliche Eheschließung zwischen Sklaven und Freien ein Schlag ins Gesicht. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses II“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses I

Die Entwicklung des römisch-katholischen Eherechts ist komplex, was auch damit zusammenhängt, dass es in den ersten Jahrhunderten keine eigene kirchliche Eheschließung gab. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses I“ weiterlesen

Über das Knien beim Sonntagsgottesdienst

Seit meiner Kindheit im Rheinland bin ich es gewohnt, während des Hochgebetes von der Epiklese bis zum Herrengebet zu knien. Hier in Wien ist eine mildere Variante üblich – während der Wandlung wird gekniet, nach der Volksakklamation setzen sich alle nieder. Beides wäre in der Alten Kirche am Sonntag nicht nur undenkbar gewesen, es war sogar ausdrücklich verboten. „Über das Knien beim Sonntagsgottesdienst“ weiterlesen

Nahm Bischof Nikolaus von Myra am Konzil von Nicäa teil?

Die traditionelle katholische Kirchengeschichtsschreibung ging – wie etwa Carl Joseph von Hefele in seiner Conciliengeschichte 1 – selbstverständlich davon aus, dass Bischof Nikolaus von Myra Teilnehmer am ersten ökumenischen Konzil von Nicäa (325) gewesen sei. Diese Position wird auch heute noch vertreten. Meine Nachschau in den Quellen lässt mich zu einem gegenteiligen Ergebnis kommen. „Nahm Bischof Nikolaus von Myra am Konzil von Nicäa teil?“ weiterlesen

Warum Markus nicht auf Vespasian angewiesen war

In der von ihm und Stefan Schreiber herausgegebenen Einleitung in das Neue Testament sieht der Bonner Neutestamentler Martin Ebner den Evangelisten Markus in einem Diskurs mit der Vita des Kaisers Vespasian, der die Vita des Jesus von Nazaret gleichsam kontrastierend gegenübergestellt werde. Hier meine Anfragen an diese These. „Warum Markus nicht auf Vespasian angewiesen war“ weiterlesen