Woher kommt die so genannte Kanonformel?

Generell wird die Formel »nichts hinzufügen – nichts mehr wegnehmen« gerne als »Kanonformel« bezeichnet. Sie findet sich innerbiblisch zunächst zweimal im Buch Deuteronomium, jeweils in den Versen Dtn 4,2 und 13,1. 1 „Woher kommt die so genannte Kanonformel?“ weiterlesen

Wenn ein Mann und eine Frau über das Gleiche lachen, ist es trotzdem nicht dasselbe

In Gen 17 und 18 lachen zuerst Abraham und dann Sara, als sie von Gott erfahren, dass sie in ihrem hohen Alter noch einen Sohn bekommen sollen. Von dem Verb צחק (= lachen) wird der Namen des Kindes – nämlich יצחק (Jitzchak – Isaak) abgeleitet. Interessant finde ich, wie unterschiedlich in der traditionellen Bibelauslegung das Lachen des Mannes und das Lachen der Frau über den selben Sachverhalt beurteilt wird. „Wenn ein Mann und eine Frau über das Gleiche lachen, ist es trotzdem nicht dasselbe“ weiterlesen

Midrasch und Masora

Als der wichtigste Textzeuge des masoretischen Textes vollendet wurde, waren die Midraschim schon viele hundert Jahre alt. Gelegentlich begegnet man ihrem Einfluss auf die Masoreten, etwa zu Beginn des berühmten Kapitels Zweiundzwanzig der Genesis, das die Bindung Isaaks erzählt. „Midrasch und Masora“ weiterlesen

War der Apostel Paulus verheiratet?

Der Wortlaut von Phil 4,3 lässt diese Frage bis heute nicht zur Ruhe kommen, ich werfe hier einen Blick auf das Pro und Contra. „War der Apostel Paulus verheiratet?“ weiterlesen

Die puncta extraordinaria in der Tora

Wenn man die Textsignale der hebräischen Bibel genauer betrachtet, fallen einem gelegentlich aussergewöhnliche Punktierungen auf, mit denen der Text versehen ist. Als Beispiel bringe ich hier Num 9,10 im Schriftbild der Biblia Hebraica Kittel von 1905 – der ausserordentliche Punkt ist von mir (und von Kittel) hervorgehoben.

Num 9,10 in der Biblia Hebraica Kittel mit einer aussergewöhnlichen Punktierung.
Num 9,10 in der Biblia Hebraica Kittel mit einer aussergewöhnlichen Punktierung.

Es handelt sich um einen der puncta extraordinaria, die mit Sicherheit wesentlich älter sind als der masoretische Text. Nähere Auskunft zu diesen Punkten gibt in der BHS die kleine Masora. „Die puncta extraordinaria in der Tora“ weiterlesen

Simon Magus, eine altlateinische Inschrift und ihre Folgen

In Apg 8,9-24 berichtet Lukas von einem Simon, der als Magier großen Eindruck auf die Einwohner der Stadt Sebaste1 in Samaria machte. Beeindruckt von der Verkündigung des Philippus lässt er sich taufen und versucht, Petrus die Vollmacht, durch Handauflegung den Heilige Geist zu verleihen, abzukaufen. Die Perikope endet mit einer brüsken Zurückweisung Simons durch Petrus, dem Aufruf zur Umkehr an Simon und dessen Bitte an Petrus, für ihn zu beten. „Simon Magus, eine altlateinische Inschrift und ihre Folgen“ weiterlesen

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  1. So identifiziert Rudolph Pesch die von Lukas in 8,5 genannte »Stadt Samarias« in EKK V/1 S. 272

Zur Lichtregie in der Feier der Osternacht

Nach der Osteroktav ist es Zeit für einen kleinen Rückblick auf die Liturgie der Osternachtfeier. Hier spielt die Bibelauslegung durch die Liturgie eine ganz entscheidende Rolle, und sehr erhellend ist dabei der Einsatz von Licht und Finsternis. „Zur Lichtregie in der Feier der Osternacht“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses IV

Gratian hatte die Durchsetzung der Ehefähigkeit von Sklaven vorangetrieben und er urteilte, dass eine Frau nicht gegen ihren Willen verheiratet werden darf – ebenso wie ein Mann. Damit legte er die Grundlage für die klassische Formulierung des römisch-katholischen Eherechts, die in zeitlicher Nähe zu der Erstellung seiner Rechtssammlung erfolgte.
„Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses IV“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses III

Gratian brach als erster mit dem Rechtsprinzip, dass Sklaven ohne Einwilligung oder gar gegen den Willen ihrer Besitzer nicht heiraten können. Wie aber sah es mit der freien Gattenwahl der Frauen aus? Auch hier lohnt sich der Blick in die von ihm begonnene Rechtssammlung. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses III“ weiterlesen

Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses II

Das Erbe der Antike war das Konsensprinzip und die »Eheunfähigkeit« der Sklaven. Wie ging die Entwicklung weiter? Für uns Heutige ist die antike rechtliche Regelung betreffend die nach römischem Rechtsverständnis unmögliche Eheschließung zwischen Sklaven und Freien ein Schlag ins Gesicht. „Notizen zur Entwicklung des römisch-katholischen Eheverständnisses II“ weiterlesen