Preise für biblische Fachliteratur – eine Frechheit

Ich lese gerne den Blog von Larry Hutardo, in dem er immer wieder auch relevante Neuerscheinungen vorstellt. Dabei fiel mir auf, dass sich in letzter Zeit seine Klagen über Buchpreise häufen. Aber dem Fass die Krone aufgesetzt hat bei mir das Gütersloher Verlagshaus.

Larry stellt ein Buch vor, das bei Brill erscheinen ist und meint, »it’s pricey (156 Euros), and so will likely be affordable only by adequately resourced and committed libraries (and middle-Eastern oil sheiks)«.

Dem gleichen Verlag bescheinigt er zu einem anderen Werk, es sei »eye-wateringly expensive«.

Aber was ist das gegen dieses Beispiel: Ich habe beim Gütersloher Verlagshaus unachtsamerweise das 32 Seiten umfassende Werk »Bundesbuch« gekauft, das im wesentlichen aus der deutschen Übersetzung von sieben Fragmenten eines verloren gegangen antiken Werkes zur Bibelauslegung besteht, der Großteil der Fragmente wurde von Didymus dem Blinden überliefert.

Dafür habe ich meinem Buchändler 41,20.- bezahlt. Für mehr als einen Euro pro Seite bekommt man zwar den griechischen Text nicht geliefert, dafür eine schlampig gemachte Einleitung, in der etwa das in 2 Kön 22 erwähnte Buch, das im Tempel »gefunden« wurde, nicht mit Deuteronomium (Kultzentralisation!) – sondern fälschlicherweise mit dem Bundesbuch aus Exodus identifiziert wird.

Eine bodenlose Frechheit.

PS: Es geht noch besser …

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