Warum brachten die Sterndeuter Gold, Weihrauch und Myrrhe zur Krippe?

Dieser Artikel von mir für die Wiener Kirchenzeitung erschien in der Ausgabe vom 4. Jänner 2014. Kann aus Anatolien etwas Gutes kommen? So könnte man fragen, wenn Matthäus in seinem Sondergut – die Erzählung kommt nur bei ihm vor – von mágoi apò anatolōn spricht: den Magiern aus dem Orient. Weitere Details zu den Sterndeutern nennt der Evangelist nicht, sogar ihre Anzahl muss aus ihren Gaben erschlossen werden: drei Geschenke = drei Schenkende. Doch das kann nicht der einzige Sinn dieser Gaben gewesen sein.

Ich meine, Gerhard Lohfink folgend, dass diese Erzählung auch die historische Erfahrung der jungen Kirche verarbeitet: auf einmal kommen aus unbekannten Ländern und ganz anderen religiösen Systemen Menschen zu uns, die wegen Jesus mit uns den biblischen Gott anbeten wollen. Und diese Menschen bringen ihre fantastischen Begabungen mit. Kann es sein, dass die Kirche von Wien heute ähnliches erlebt? Herodes – ein zweiter Pharao – reagierte damals mit ängstlicher Aggression. Matthäus lädt ein, es besser zu machen.

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